Die Themen: Alte Flurnamen der Dörfer Dabern, Großbahren, Kleinbahren, historische Mühlen und Arbeit des Fördervereins Museum und Schlossareal Sonnewalde e. V.
Der Einladung des Ortsvereines „Grüne Eiche Großbahren e. V.“, zu einem Heimatabend über alten Flurnamen der drei Dörfer waren fast 30 Teilnehmer gefolgt. Und warum nicht mal solchen historischen Bezeichnungen auf den Grund gehen? Diese Aufgabe übernahm am Freitag, dem 10. April 2026, der Referent Norbert Zach.
Foto 1: Norbert Zach bei seinen Ausführungen auf dem Heimatabend im Lindenkrug Großbahren.
Als Organisator des Dorfmuseums in Kleinkrausnik beschäftigt er sich seit 2015 ausführlich mit diesem Thema.
In der Gaststätte „Lindenkrug“ in Großbahren war alles sorgfältig vorbereitet. Entlang zweier Saalwände lagen Separationskarten und weitere Dokumente zu den drei Dörfern aus. Die Zuordnung der Flurnamen war auf großen Listen ersichtlich. Schon vor Beginn weckte dies reges Interesse bei den Teilnehmern.
| Foto 2: Teilnehmer beim Studium der ausgelegten Separationskarten und historischen Dokumente. |
Foto 3: Bernd Lehmann bei der Vorstellung von Norbert Zach und der Einführung zum Heimatabend.
Als Erstes stellte Norbert Zach die Arbeit des Fördervereins vor.
Foto 4: Vorstellung der Arbeit des Fördervereins.
Ziel ist es, den umliegenden Dörfern in der Stadt Sonnewalde eine Möglichkeit zu geben, sich vorzustellen und damit natürlich eine individuelle Stimme in der Amtsgemeinde zu erhalten. Anhand der bereits stattgefundenen Ausstellungen zu Kleinkrausnik und der noch laufenden zu Friedersdorf erläuterte Norbert die Möglichkeiten. Was ist dafür nötig? Welche Ausstellungsstücke sind sinnvoll? Welche Art von Dokumenten, Fotos und Gegenständen können interessant sein?
Foto 5: Beispiele, welche Dinge für eine Ausstellung interessant sein können.
In der nächsten halben Stunde stellte sich heraus, dass es gar nicht so wenige sind. Der Förderverein stellt einen Raum zur Verfügung und unterstützt bei der Gestaltung.
In der Pause zeigte Bernd Lehmann noch den Ort der ehemaligen Windmühle in Großdabern.
Foto 6: Bernd Lehmann beim zeigen des Standortes der ehemaligen Windmühle Großdabern.
Anschließend hielt er ein seltsames zerbrochenes eisernes Metallteil hoch und überraschte die Teilnehmer mit der Frage nach dessen Zweck. Das es sich um ein Teil der Mechanik einer Windmühle handelte, wurde vom Publikum schnell erkannt, eine genaue Bezeichnung aber nicht. So löste er das Rätsel mit Hilfe eines Fotos der Mechanik einer Bockwindmühle auf. Ein Bunkler oder auch Korbrad genannt. Es liegt am Kammrad der Flügelwelle einer Bockwindmühle an und übertrug die Windkraft auf das Mahlwerk. Aufgrund der Abnutzung und des Bruchs wurden die Kräfte deutlich welche auf die Mechanik einer Mühle wirkten.
Foto 7: Bernd Lehmann mit dem zerbrochenem Teil eines Bunkler (Korbrad).
Foto 8: Position und Funktion eines Korbrades in der Mühlenmechanik.
Unter den Gästen war auch Martin Ziegler, Verleger der Sonnewalder Heimatblätter. Er hatte aktuelle Hefte sowie den Schlossparkführer ausgelegt. Prompt wechselten einige Hefte den Besitzer.
Foto 9: Sonnewalder Heimatblätter und Schlossparkführer.
Foto 10: Martin Ziegler im Gespräch mit dem Freizeit-Historiker Bernd Jühnichen aus Münchhausen.
Einige Teilnehmer hatten eigene historische Unterlagen mitgebracht. Das sorgte bereits in der Pause für regen Austausch untereinander.
Foto 11: Teilnehmer bei Gesprächen über mitgebrachte historische Dokumente.
Beim nächsten Thema spürte man, Norbert Zach ist in seinem Element. Es begann eine Reise durch die Zeit von der Entstehung der Flurnamen, Slawischer wie später Deutscher, ihrer Bedeutung und damit wurde der Zweck klar. Genaue Ortsbestimmung im Gelände.
Foto 12: Norbert Zach mit seinem Wissen aus dem Gedächtnis zu Quellen, Geschichte und Zweck der Flurnamen.
Namen bekannter Historiker wie Mucke, Lehmann, Wenzel und Eichler fielen. Natürlich auch der des Landrates von Manteufel, der mit Hilfe von Fragebögen Flurnahmen von Dorfschullehrern Bürgermeistern, Bürgern etc. erfassen ließ. Doch er war nicht der Einzige, der systematisch vor ging. Immer wieder gab es Heimatforscher und Gelehrte die sich mit diesem Thema befassten. Schnell erwies sich, von Sagen, Mythen angefangen über historische Kartenwerke, Mutterrollen, Flurbücher, Ortschroniken, Förster, Bauern und Agrargenossenschaften bis hin zu Schulchroniken und Schüleraufsätzen. Die Quellen sind sehr vielfältig. Ihre Nutzung zeugte von der geistigen Geschicklichkeit vergangener Historiker und Heimatforscher.
Foto 13: Folie „Was sind Flurnamen“.
Foto 14: Gespanntes Publikum in Großbahren.
Clevere Lehrerer-Idee: Selbst über Schüleraufsätze wurden historische Flurnamen erfasst und nach ihrer Bedeutung gesucht.
Foto 15: Norbert Zach Norbert zeigte den Aufsatz eines Schülers der über die „Koblicke“ in Dabern berichtete.
Auch das Katasteramt des Landkreises Elbe-Elster stellte sich als große Hilfe heraus. Mit seiner freundlichen Genehmigung war die Einsicht in verschiedene Unterlagen möglich, betont er.
Eine Dreiviertelstunde später ging es um das Verschwinden der Flurnamen aus den Kartenwerken. Der einfache Grund: Wegen neuer Messtechniken verlieren sie in den letzten Jahrzehnten schlicht ihren Zweck, nämlich die genaue Ortsbestimmung eines Fleckens Erde im Raum. Norbert Zach verband diese Feststellung mit der Aufforderung an das Publikum, die von ihm an der Wand präsentierten Listen der Flurnamen der drei Dörfer zu ergänzen oder auf mögliche Fehler hinzuweisen.
Foto 16: Gemeinsames Durchgehen der Listen historischer Flurnamen der drei Dörfer.
Es entspannte sich ein interessantes Zuordnen der Flurnamen. Fließend mündete die Veranstaltung in eine rege Diskussion.
Foto 17: Rege Diskussion zwischen Teilnehmern und Referenten.
Weiter ging es mit dem Thema Geschichte der Mühlen in den drei Ortschaften. Im Fokus standen die Anzahl, die Standorte und – soweit Informationen darüber vorlagen – deren Besitzer.
Foto 18: Mühlen in Großbahren und deren Besitzer.
Angeregt durch den Vortrag fanden die ausgelegten Separationskarten, Listen und Dokumente im Saal reges Interesse. Noch lange nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zur Sichtung der Unterlagen ihrer Dörfer.
Foto 19: Teilnehmer beim Studium der ausgelegten Unterlagen.
Foto 20: Ausgelegte Flurkarte und Flurnamensliste für Großbahren.
Ein bisschen Werbung für die Ortschronik Großbahren gab es auch. Eine Mitarbeiterin der Gaststätte „Lindenkrug“ präsentierte ein Exemplar.
Foto 21: Dem Fotografen mit Charme präsentiert, die Ortschronik Großbahren zur 750-Jahrfeier.
Erst nach 22:00 Uhr verließen die letzten Gäste den Saal. Ein gelungener Abend der wohl eine Fortsetzung bekommen soll.
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Weiterführende Links:
Flurnamen Wikipedia
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik
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