Dienstag, 21. Juli 2026

Wiedereröffnung der Sparda-Bank Filiale in Falkenberg /Elster - Niederlausitzer Begegnungen -

Am 11. Juni 2026, 10:00 Uhr war es endlich so weit. Exakt 500 Tage nach einer Automatensprengung Ende Januar 2025, konnte die damals schwer beschädigte Sparda-Bank Filiale in Falkenberg, wiedereröffnet werden.

Foto 1: Mit einem "Herzlich Willkommen" und dem Motto "Falkenberg bewegt" werden die Kunden in der neu gestalteten  Sparda-Bank Filiale begrüßt.

Foto 2: Wiedereröffnung der Sparda-Bank Filiale Falkenberg /Elster am 11. Juni 2026.
Die Freude über die Wiedereröffnung sah man Frau Handschack, der Marktleiterin der Filiale in Falkenberg /Elster, sichtlich an. Vor über 40 Gästen, Kunden und Besuchern schilderte sie die Entwicklung seit der Explosion in der Nacht des 27. Januar 2025. Nach der Automatensprengung war der Standort zunächst nicht nutzbar. Von Beginn an stand fest, trotz der massiven Schäden soll die Filiale weiter bestehen bleiben. Bei der Sparda-Bank Berlin e. G. sieht man weiterhin Potential für den Standort Falkenberg, im Landkreis Elbe-Elster und darüber hinaus. Stellt doch diese Filiale in Falkenberg /Elster zwischen den nächsten Standorten in Riesa, Leipzig, Berlin und Cottbus einen zentralen Punkt dar. Mitglied des Vorstandes der Sparda-Bank Berlin, Rolf Huxell, unterstützte das noch mal in seinen Ausführungen.

Foto 3: Katja Handschack, Marktleiterin der Filiale in Falkenberg und Rolf Huxoll, Mitglied des Vorstandes der Sparda-Bank Berlin e. G. bei der Wiedereröffnung.
Nach der Automatensprengung 2025 organisierte das Team der  Sparda-Bank kurzfristig den Kundenservice in benachbarten Räumlichkeiten des Gewerbeobjektes Friedrich-List Straße und sicherte so den Kundenbetrieb. Die Bargeldversorgung übernahm als Partnerbank die Raiffeisen-Filiale in Falkenberg. Doch zunächst gab es erst mal Schwierigkeiten. Bei der Sprengung hatten sich Deckenträger des Gebäudes aus der Verankerung gelöst. Folglich musste erst ein Statik-Gutachten klären ob und wie ein Wiederaufbau erfolgen kann. Das erklärt auch die Dauer bis zum Baubeginn Anfang Januar 2026, wie Frau Handschack ausführte.

Foto 4: Gespanntes Publikum aus Kunden, Gästen, Partnern und Mitarbeitern der Sparda-Bank Filiale Falkenberg /Elster.
Bereits zur Weihnachtsfeier der Falkenberger Eisenbahner, Mitte Dezember 2025, ging ein Raunen durch die Reihen als bekannt wurde, dass ab Januar 2026 mit dem Wiederaufbau begonnen werden soll. Es war dann auch der Hinweis der Falkenberger Eisenbahner mal darüber zu berichten, wenn es soweit ist. Was zeigte, die Sparda-Bank ist in Falkenberg /Elster fest verankert.

Am Standort Falkenberg /Elster setzt die Sparda-Bank Berlin weiter auf persönliche Beratung. Künftig wird die Filiale von einem vierköpfigen Team betreut und durch zwei Verbundmitarbeiterinnen aus Riesa unterstützt. Ein Markenzeichen der Sparda-Bank, der persönliche Kundenkontakt, bleibt somit erhalten.

Foto 5: Team der Sparda-Bank und Partner vor dem neu eröffnete Filiale in Falkenberg /Elster.
Verändert hatte sich allerdings das technische Angebot. Bargeldautomaten wird es in der Filiale nicht mehr geben. Es ist einfach zu gefährlich. Wie sich später im Gespräch mit Frau Handschack herausstellte, bei der Automatensprengung handelt es sich bereits um das zweite derartige Ereignis seit Februar 2017. Wie Herr Huxell ergänzt, prüft die Bank einen möglichen Standort in der Nähe des Bahnhofes Falkenberg /Elster. Nach Angaben der Sparda-Bank hat die Stadt bereits ihre Zustimmung erteilt. Ein Bauantrag ist in Vorbereitung. Der Bargeldautomat in der Tankstelle Herzberg /Elster bleibt bestehen. Ebenso die kostenfreie Bargeldversorgung durch die Raiffeisen-Filialen. Auf Serviceautomaten wird die Sparda-Bank verzichten. Statt dessen sollen digitale Angebote stärker ausgebaut werden. Die Sparda-Bank folgt damit einem Zug der Zeit. Für alle Kunden werden ab Juni 2026 Seminare zum Onlinebanking angeboten. Für Anfänger ebenso wie für Fortgeschrittene. Als weitere Kontaktmöglichkeit kommt das Format "Erzählcafè" hinzu. Es soll den Austausch zu Finanzthemen fördern. Etwas was sich im Anschluss einige Anwesenden ausführlicher erläutern ließen.

Gemeinsam mit den Sparda-Bank Partnern DEVK um Herrn Krahlisch und dem Team der Bausparkasse Schäbisch Hall mit Frau Yvonne Frommhold und Herrn Liebert, wird die Beratungstätigkeit für weitere Produkte und Leistungen in gewohnter Weise fortgeführt.
Doch das ist nicht alles. Frau Handschack wies in ihrer Rede ausdrücklich darauf hin, die Räumlichkeiten stehen auch Vereinen und ehrenamtliche Organisationen für Beratungen und Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung. Ein großer Monitor ermöglicht Präsentationen. Sitzgelegenheiten sind vorhanden. Damit steht eine weitere Begegnungsstätte im Zentrum zur Verfügung. Einige Gäste fragten vorsichtshalber noch mal nach ob jeder Verein dieses Angebot nutzen kann. Falkenberg bewegt also und die Sparda-Bank ist in Falkenberg mehr als nur ein Ort für Bankgeschäfte. 

Foto 6: Lockere Gespräche im großen Raum der Sparda-Filiale Falkenberg /Elster.
Gut 20 Minuten später ging die feierliche Eröffnung in eine eine lockere Runde über. Kunden, Gäste und Besucher nahmen die neu gestalteten Räume in Augenschein und nutzten die Gelegenheit für Gespräche mit Mitarbeiter und Partner. Wie sich schnell zeigte, man kannte sich.

Foto 7: Mitglied des Vorstandes Rolf Huxoll im Gespräch.
Schon nach kurzer Zeit fanden erste Kundengespräche statt.

Foto 8: Erste Kundengespräche am neuen Service Point.
An zwei durch Glaswände abgetrennte Räume mit der Bezeichnung Gleis 3 und Stellwerk, fanden bereits erste Beratungen statt. 

Foto 9: Wo gibt`s das schon? Auch ein Mitglied
des Vorstandes hilft Kunden weiter. Bei der Sparda-Bank
geht das eben.
Foto 10: Reges Treiben und Gespräche auch vor dem Gebäude der Filiale Falkenberg /Elster.
Das Team um "Sir Mampfelot" aus Dresden übernahm gekonnt die Versorgung der Anwesenden. Der Fotograf kann bestätigen, sehr lecker.

Foto 11: Das Team von Martin Sauer um den mobilen Versorger "Sir Mampfelot" aus Dresden. Rechts Marktleiterin Katja Handschack.
In den folgenden Stunden entwickelte sich ein reges Kommen und Gehen. Die Wiedereröffnung hatte sich offenbar herumgesprochen. Leider konnte der Fotograf nicht bis zum Schluss bleiben. Andere Termine riefen. Vielen Dank an das Team der Sparda-Bank Filiale für die freundliche Aufnahme. Auf alle Fälle gelungener Auftakt für Falkenberg /Elster und sicher ein Gewinn für den Landkreis Elbe-Elster.
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Text und Fotos: Volker Kock, Finsterwalde /Niederlausitz

Samstag, 13. Juni 2026

Arbeitsgruppe Hennersdorfer Geschichte und Geschichten – Niederlausitzer Begegnungen -

Arbeitsgruppe zur Neuauflage und Digitalisierung der Ortschronik Hennersdorf


„Geschichte gibt einem Ort sein Antlitz“, hat einmal der Autor Theodor Fontane im Jahr 1894 in seinem Essay Vor einer Bibliothek geschrieben. Das hat sich auch Hennersdorf bei Doberlug-Kirchhain gesagt. Da die Ortschronik des niederlausitzer Dorfes jedoch etwas brachlag, ergriff Ortsvorsteher Ralf Kirsch die Initiative. Diese mündete am 7. April 2026 in die Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem obigen Titel. Natürlich braucht so eine Arbeitsgruppe eine Leitung – und diese übernahm Harald Sacher. Arbeitsgruppe bedeutet logischerweise auch immer Arbeit. Also nahm die Arbeitsgruppe in einer zweiten Sitzung am Montag, dem 1. Juni 2026, mit zunächst vier Mitgliedern die Arbeit auf. Etwas später gesellte sich ein weiteres Mitglied dazu.

Foto 1: Arbeitsgruppe im Gemeindehaus Hennersdorf am 1. Juni 2026 mit Bernd Jühnichen (vorn), Lenore Pahl, Birgit Zickert (links), Ralf Kirsch (Mitte) und Harald Sacher (rechts).
In seiner Einführung ging Ralf Kirsch auf die Ziele ein: Die Neuerstellung und Digitalisierung der Dorfchronik für Hennersdorf sowie die Erarbeitung einer Struktur für die Ortschronik, mögliche Inhalte und Themen. Auch die Mittel des Austauschs untereinander und der Veröffentlichung von Ergebnissen, einschließlich der Ortschronik selbst, wurden anschließend von den Anwesenden diskutiert. Die Möglichkeiten reichten von E-Mail über eine WhatsApp-Gruppe bis hin zum Anlegen einer digitalen Plattform. Dabei wurden verschiedene Erfahrungen ausgetauscht. Die Tendenz ging schließlich zum Anlegen einer Plattform über die interne Internetseite der Stadt Doberlug-Kirchhain, die den Ortsteilen eine solche Möglichkeit bietet. Diese Aufgabe sowie die Verbindungen zur Politik übernahm Ralf Hirsch.

Auf Harald Sachers Notizzettel stand als nächstes Thema eine Struktur bzw. Gliederung einer Ortschronik sowie Regelungen zur Zusammenarbeit. Nach dem Ausloten verschiedener Möglichkeiten und der Erörterung anderer Ortschroniken, beispielsweise von Großbahren und Münchhausen, verständigten sich die Anwesenden auf eine klassische Variante analog eines Zeitstrahls, die mit Funden aus der Steinzeit beginnt. Nebenbei kam die abenteuerliche Geschichte des Fundes einer Hennersdorfer Steinaxt auf den Straßen Potsdams zur Sprache.

Foto 2: Harald Sacher mit dem Foto einer prähistorischen Steinaxt.
Ausgelöst durch diese Geschichte zeigte sich schnell, dass jeder der Anwesenden solche interessanten Themen und Anekdoten beisteuern konnte. Ob es sich um abgestürzte Flugzeuge oder die Geschichte von Fabriken und Bergwerken in und um Hennersdorf handelte – Bernd Jühnichen, Freizeithistoriker aus Münchhausen, hatte eine Reihe alter Unterlagen mitgebracht. Das war schon Grund genug für die Anwesenden, sich einige Dokumente anzusehen.

Foto 3: Bernd Jühnichen und Lenore Pahl mit verschiedenen historischen Dokumenten.
Lenore Pahl steuerte eine Reihe von Beobachtungen und Fundinformationen aus ihrer Arbeit als Bodendenkmalpflegerin bei. Dabei zeigte sich, dass der Norden von Hennersdorf ein recht ergiebiges Fundgebiet für mittelalterliche Tonscherben ist. Auch in den Kiesgruben gelang in der Vergangenheit manch interessanter Fund.

Foto 4: Verschiedene Fotos und historische Dokumente mit Bezug zu Hennersdorf.
Zweieinhalb Stunden später und nach Einbruch der Dunkelheit zeigte sich, dass Material und Informationen, die Eingang in eine Dorfchronik finden könnten, vorhanden sind. So verständigten sich die Anwesenden zunächst auf einige Aufgabengebiete sowie auf die Sammlung und Sichtung von Material. Ralf Kirsch übernahm es, in der nächsten Dorfzeitung die Einwohner zum Stöbern in ihren eigenen Unterlagen und auf Dachböden aufzufordern.

Lenore Pahl will sich mit der Sichtung der steinzeitlichen Fundstellen beschäftigen. Weiteres Ergebnis: Jeweils am ersten Montag im Monat will sich die Arbeitsgruppe treffen und austauschen. Damit ist ein praktischer Anfang gemacht.

Quelle: Theodor Fontanes Essay "Vor einer Bibliothek" (im Band "Gesammelte Aufsätze zur Literatur und Kunst", erschienen 1894).
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Donnerstag, 14. Mai 2026

Siebentes Yu-Gi-Oh Fun-Turnier in Klingmühl – Niederlausitzer Begegnungen -

Spieltag in Klingmühl: Das 7. Yu-Gi-Oh!-Fun-Turnier


Am Samstag, den 2. Mai 2026, war es wieder so weit. In Klingmühl stand das siebte Yu-Gi-Oh!-Fun-Turnier auf dem Plan. Organisiert wurde es erneut vom Orga-Team des FYT, dem Finsterwalder Yu-Gi-Oh-Treff. Teilnehmer aus der gesamten Niederlausitz und aus Berlin waren wieder angereist. Aufgrund des Feiertags am Vortag hatten sich jedoch nur 14 Teilnehmer in der Gaststätte Griebner eingefunden. Zum Spielen gab es trotzdem genug.

Kurz nach 10:00 Uhr ging es nach einer kurzen Begrüßung durch Christopher Fehse und Jonas Liesche an die Auslosung der ersten Spielrunde. Diesmal wurde nicht in Teams gespielt, sondern im Einzelmodus. Kurz darauf herrschte an den Tischen im Saal, sachliches und konzentriertes Spielen.

Foto 1: Konzentriert am Spiel.
Das Spiel selber verlief wie immer unauffällig. Gespielt wurde dieses mal nach den Regeln „Sneak Peek mit alten Bustern“. Näheres zu den Spielregeln hier: yugioh.fandom.com

Max Griebner kümmerte sich um die Essensversorgung der Teilnehmer. Wie immer gewohnt professionell. Nach mittlerweile sieben Turnieren kennt man sich eben.

Foto 2: Yu-Gi-Oh am langen Tisch.
Gegen 15:45 Uhr war es so weit. Folgende Reihenfolge der Sieger hat sich im Turnier ergeben:

Platz 1: Manuel Neudeck

Foto 3: Manuel Neudeck mit dem Siegerpokal in den Händen.
Foto: Christopher Fehse.
Platz 2: Jan Amling

Platz 3: Niclas Tirok

Traditionell wurde auch wieder die Rote Laterne an den letzten Platz vergeben. Diese fiel an Maximilian Stecher.

Foto 4: Maximilian Stecher mit der Roten Laterne.
Foto: Christopher Fehse.
Zum Abschluss gab Christopher Fehse gleich den Termin für das nächste Turnier bekannt. Samstag den 21. November 2026, ebenfalls wieder in der Gaststätte Griebner. Gespielt wird im Highlander-Format.

Mit der Karten-Tauschbörse und natürlich Erfahrungsaustausch klang des Turnier aus.
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Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Natur des Jahres in Calau – Niederlausitzer Begegnungen -

Vortrag zur Natur des Jahres 2026 in Calau


Es klang schon interessant: „Vortrag über die Natur des Jahres“ in Calau. Vorgestellt werden sollten verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Eingeladen hatte der Heimatverein Calau e.V. am Dienstag, den 24. März 2026, in das Haus der Heimatgeschichte. Als Vortragende agierte die Gemeindepädagogin der ev. Kirche, Frau Undine Grabitz aus Kemmen.

Foto 1: Frau Grabitz beim Vortrag zur Natur des Jahres in Calau.
Eröffnet wurde der Abend vom Vorsitzenden des Calauer Heimatvereines, Matthias Nerenz.

Foto 2: Matthias Nerenz bei der Eröffnung des Abends.
In seiner kurzen Einführung würdigte er die Arbeit von Hans-Joachim Emmrich, Leiter der Arbeitsgruppe „Regionales Wasser“ im Heimatverein Calau, der bereits Anfang des Jahres einen Teil des Vortrags gehalten hatte. An diesem Abend konnte er jedoch nicht anwesend sein.

Der Vortrag bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teil wurden der Baum des Jahres, die Heilpflanze des Jahres, das Blattgemüse des Jahres und die Fledermaus des Jahres behandelt. Diesen Teil hatte Hans-Joachim Emmrich erarbeitet. Los ging es mit der Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe genannt.

Foto 3: Espe in voller Blüte.
Frau Grabitz sprach über die Einordnung in der Pflanzenwelt, ihr Vorkommen sowie ihre Wirkung in der Natur als Pionierpflanze für weitere Baumarten und natürlich darüber, was der Mensch aus ihrem Holz fertigte. Dazu ließ sie einige Beispiele herumgehen.

Foto 4: Sperrholzplattenreste aus Pappelholz.
Weiter ging es mit der Gemeinen Nachtkerze als Heilpflanze des Jahres 2026. Dieser im 17. Jahrhundert aus Nordamerika als Zierpflanze eingeschleppte Neophyt ist ein Gartenflüchtling und hat sich in Europa schnell ausgebreitet.

Foto 5: Foto der Gemeinen Nachtkerze.
Wer mehr darüber wissen möchte, findet bei Wikipedia unter „Gemeine Nachtkerze“ weitere Informationen.

Als Nächstes holte Frau Grabitz einen Korb unter dem Tisch hervor und präsentierte das Blattgemüse des Jahres: zur Überraschung einen Grünkohl, frisch aus dem Garten.

Foto 6: Gemüse auf den Tisch.
Nach dessen Vorstellung nahmen die Gespräche die Fahrt in Richtung Speiseplan und Zubereitung auf. Was in der Runde so an Rezeptideen aufkam, weckte beim Fotografen auch Appetit.

Der letzte Kandidat vor der Pause hat den lateinischen Namen „Nyctalus leisleri“ und ist auch in der Niederlausitz verbreitet. So gibt es in der Nähe von Buchwäldchen auch eine Heimstätte dieses lautlosen Seglers.

Nach der Fledermaus gab es eine kleine Pause – Gelegenheit, einmal nach dem Hintergrund der „Natur des Jahres“ zu fragen.

Es handelt sich um eine Idee aus dem Jahr 1971. Ein Vorläufer des NABU, der „Deutsche Bund für Vogelschutz“, kürte damals den Wanderfalken zum Vogel des Jahres. Ziel war es, die Bevölkerung in der alten Bundesrepublik für die Gefahren der Natur zu sensibilisieren. Daraus hat sich im Laufe der Zeit eine bundesweite Aktion mit vielen Akteuren entwickelt. Heute umfasst sie eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten. Eine Übersicht und kurze Geschichte kann man hier nachschlagen: „Natur des Jahres“, Wikipedia.

Im Zweiten Teil ging es um drei Tierarten. Vogel, Wildtier und Lurch des Jahres.

Foto 7: Präsentation zu Rebhuhn, Rothirsch und Alpensalamander.
Los ging es mit dem Rebhuhn. Es ist ein wildlebender Hühnervogel, Bodenbrüter und in Deutschland stark gefährdet, deshalb steht er auf der Roten Liste. Grund ist die intensive Landwirtschaft. Dafür hat der kleine Vogel es in Grimms Märchen geschafft, wie Frau Grabitz mit Hilfe einer kleinen Quizfrage erläutert: Nämlich als Speise für den König im Märchen „Der gestiefelte Kater“.

Foto 8: Frau Grabitz mit einem Märchenbuch.
Mehr zum Rebhuhn hier: Rebhuhn Wikipedia

Mit der nächsten Folie auf der Leinwand legte Frau Grabitz zwei Hirschgeweihe auf den Tisch. Es ging um den Rothirsch (Cervus elaphus) und seine Lebensbedingungen.

Foto 9: Ein Fünfender Hirschgeweih wandert über die Tische.
Das recht hohe Gewicht der beiden Geweihe sorgt im Publikum für allerlei Kommentarstoff. Auch in den Waldgebieten um Calau tritt der Rothirsch auf, was einige Anwesende mit ihren Begegnungen bestätigen. Mehr zum Rothirsch hier: „Rothirsch“, Wikipedia

Das letzte Tier des Jahres ist der schwarze Alpensalamander. Eine Tierart, die in der Umgebung Calaus nicht heimisch ist, sondern eher in den Mittel- und Hochgebirgen Südeuropas vorkommt.

Foto 10: Folie schwarzer Alpensalamander bei der Paarung.
Nach der Schilderung von Vorkommen, Lebensraum und Gefährdungsgrad hatte Frau Grabitz ein Video mitgebracht. Bei einer Wanderung im Dinarischen Gebirge hat sie durch Zufall das Paarungsverhalten der Alpensalamander aufgenommen. Ausführliches zum Schwarzen Alpensalamander bei: „Alpensalamander“, Wikipedia.

Foto 11: Matthias Nerenz (rechts) dankt Frau Grabitz
für den gelungenen Vortrag.
Mit regen Gesprächen klang der Abend dann aus.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Wo stand Gröbitz vor 1650? – Niederlausitzer Erkundungen -

Ein Streifzug durch die Dorfgeschichte auf der Suche nach einem historischen Standort von Gröbitz


Fast jedes Dorf hat seine Geschichte. Nicht wenige haben auch ihre Geheimnisse - so auch Gröbitz. Eines davon befasst sich mit der Frage, wo Gröbitz in der Zeit vor 1650 einst lag. Der Klärung dieser Frage hatte sich Martin Ziegler, Ortschronist und Herausgeber der Sonnewalder Heimatblätter, in einer mehrjährigen akribischen Arbeit gewidmet. Am Samstag den 28. Februar 2026 präsentierte er nun der Dorfgemeinschaft und vielen Besuchern die Ergebnisse seiner Forschungen.

Foto 1: Martin Ziegler bei seinem Vortrag über die Ergebnisse seiner Forschungen.
In der ehemaligen Dorfschule Gröbitz, dem heutigen, hübsch hergerichteten Gemeindesaal, hatte Ortsvorsteher Eckhard Nadebohr alles gut vorbereiten lassen.

Foto 2: Der Gemeindesaal Gröbitz mit seinem hübschem Wandbild.
An einer der Seitenwände lagen Kopien mehrerer historischer Karten zur Anschauung bereit.

Foto 3: Norbert Zach, Ortschronist von Kleinkrausnik, beim fachmännischen Blick auf die ausgelegten historischen Karten.
Da die Resonanz auf die Einladung deutlich größer ausfiel als erwartet, war vor dem Beginn noch etwas Räumen erforderlich.

Foto 4: Nachträgliches Herbeischaffen von Tischen und Stühlen.
Foto 5: Dieter Babbe, ehemaliger LR-Redakteur und Mitglied des Redaktionsteams der „Sonnewalder Heimatblätter“, unter den Gästen.
Neben dem heutigen Standort soll sich Gröbitz verschiedenen Überlieferungen zufolge in historischen Zeiten an zwei weiteren Standorten befunden haben. Einer davon ist in Chroniken sowie auf historischen Karten und in Dokumenten gut belegt. Doch wo war der zweite? Und gab es ihn überhaupt?

Immer wieder tauchten dazu verschiedene Theorien auf. Manche, von Finsterwalder Heimatforschern befeuert, aber nicht plausibel belegt, geisterten durch die Bevölkerung. Andere Überlegungen schlossen einen zweiten historischen Standort schlicht aus. Konkrete archäologische Befunde für die jeweilige Theorie fehlten bislang. An diesem Abend sollte der Frage nun auf den Grund gegangen werden.

Foto 6: Voller Gemeindesaal, bis zum letzten Sitzplatz.
Vor 60 Teilnehmern eines breiten Altersspektrums begann Martin Ziegler eine Reise durch die Dorfgeschichte. Anhand eines gut strukturierten Ablaufplans führte er durch einen sehr interessanten Abend.

Foto 7: Ablaufplan des Vortrages von Martin Ziegler.
Als Einführung nutzte er den Beitrag des RBB-„Landschleichers“ vom Juni 1996. Darin ließ er den langjährigen Ortschronisten von Gröbitz, Harry Ruben, einen Abriss der Dorfgeschichte erzählen.

Foto 8: Beitrag des „Landschleichers“ über Gröbitz mit Harry Ruben vom 16. Juni 1996.
Wie der österreichische Philosoph und Schriftsteller Rudolf Steiner (1861–1925) in seiner Schrift „Wahrheit und Wissenschaft“ betonte, muss man Dinge von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten, um sich der Wahrheit zu nähern. Damit war Martin Ziegler in seinem Element.

Nur mit einem kleinen Zettel in der Hand beleuchtete er in den folgenden eineinhalb Stunden alle Aspekte seiner Forschungen – angefangen bei der Deutung der slawischen und deutschen Ortsnamen über die archäologischen Fundsituationen bis hin zu Rückschlüssen auf die historische Dorfform von Gröbitz.

Mit einer Übersicht verschiedener archäologischer Fundstellen in der Umgebung von Gröbitz warf Martin Ziegler einen tieferen Blick bis in prähistorische Zeiten. Nach dieser Befundlage war die Umgebung von Gröbitz für Lagerplätze und Besiedlung schon seit der mittleren Steinzeit eine beliebte Gegend.

Foto 9: Gespanntes Publikum.
Anschließend ging Martin Ziegler der Frage nach, welche Siedlungsverdachtsgebiete es um Gröbitz gibt und woher die These für einen weiteren Standort stammt.

Foto 10: Belegte und vermutete Siedlungsstandorte für Gröbitz. Verdachtsgebiet „A“ zeigte der vermuteten historischen Standort vor 1650.
Diese These stammt aus einer alten Schulchronik aus dem Jahr 1896. Darin weist der Lehrer Macht auf den Flurnamen „Altdorf“ hin, der sich am Ort des heutigen Spielplatzes am Kirchhainer Weg befunden haben soll. Nachfolgende Heimatforscher schlossen daraus, dass sich an dieser Stelle einst ein historisches Gröbitz befunden haben könnte. Martins Recherchen zeigten, dass der Flurname auf den Volksmund zurückzuführen ist. In der Liste der Flurnamen aus dem Jahr 1954 ist er jedoch nicht mehr enthalten.

Foto 11: Dorf-Form von Gröbitz im 17. Jahrhundert.
Er wertete die Flurnamen aus und analysierte die Bezüge zur natürlichen Umgebung, wie beispielsweise die Nähe zum Tanneberger Sumpfgebiet oder der historischen Salzstraße.

Mit harten Fakten ging es dann durch die Geschichte. In der ersten urkundlichen Erwähnung wurde Gröbitz 1418 von einem Herrn von Knobelsdorf gekauft. (Mehr zu der Familie von Knobelsdorf hier: Geschichte Familie Knobelsdorf) Von einer Neugründung wurde weder in der Urkunde noch sonst irgendwo gesprochen. Es musste also bereits vorher bestanden haben. Naheliegend ist, dass Gröbitz mit den übrigen deutschen Gründungen zwischen 1160 und 1265 entstand. Die beiden Varianten der niedersorbischen Ortsnamen „Grobice“ und „Grobicz“ sind zwar slawischen Ursprungs. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es eine slawische Vorgängersiedlung gegeben haben muss.

Natürlich spielten die Denk- und Verhaltensweisen der Menschen in der damaligen Zeit eine wichtige Rolle. Um das Leben der Menschen im ausgehenden Mittelalter zu veranschaulichen, gab er Einblicke in die Lebens- und Besitzverhältnisse in den Dörfern der Niederlausitz sowie in die Rolle von Kirche und Adel. Anhand von KI-generierten Bildern und einem Modellnachbau des historischen Gröbitz vor 1854 ermöglichte er lebendige Einblicke in das Leben der Menschen jener Zeit. Und das war nicht einfach.

Foto 12: Präsentation zu den Lebensverhältnissen im ausgehenden Mittelalter.
Im weiteren Verlauf des Abends wurde Gröbitz wiederholt von Seuchen, Kriegen und Bränden heimgesucht. Mehrfach verlor das Dorf einen erheblichen Teil seiner Bewohner. So starben 1584 49 von etwa 115 bis 125 Einwohnern an der Pest. Schlimme Jahre waren auch 1626, 1637, 1642 und 1644 – also die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Für diese Jahre ließen sich keine Aufzeichnungen finden. Doch all diese Ereignisse führten nicht zum Erlöschen des Ortes, wie Martin anhand von Berichten und Auswertungen von Kirchenbüchern belegen konnte. Selbst als der Ort 1854 fast komplett abbrannte, fiel Gröbitz nie wüst. Trotz erheblicher Bevölkerungsverluste bestand es weiter.

Foto 13: Brand des Dorfes Gröbitz 1854.
Die Auswertung des digitalen Geländemodells für Gröbitz ergab für den alten Ortskern vor dem letzten Brand 1854 eine erhebliche Bodenunruhe, wie sie für ehemalige Siedlungsgebiete typisch ist. Hinweise, die im Verdachtsgebiet „A“ jedoch komplett fehlten.

Es wurde auch eine Reise durch Quellen und die Archive Ostdeutschlands, eine Reise die ihn bis nach Prag führte. Letzteres hat seinen Grund. Gehörte die Niederlausitz doch lange Zeit zum Königreich Böhmen. Folglich lagerten auch dort Unterlagen über das Dorf. Und die Tschechen waren dabei sehr hilfsbereit.

Weiter ging es mit einer Sichtung historischer Kartenwerke, insbesondere aus der Zeit vor 1650. Wichtigstes Dokument dabei war das Kartenwerk der ersten sächsischen Landesvermessung zwischen 1589 und 1607. Zu dieser Zeit gehörte die Niederlausitz bereits zum Kurfürstentum Sachsen. Kurfürst Christian I. wünschte ein ordentliches Kartenwerk seines Staates. Auf insgesamt 17 colorierten Blättern entstand das Oeder-Zimmermannsche Kartenwerk.

Foto 14: Auszug aus der ersten sächsischen Landesvermessung, der Oeder-Zimmermannsche Karte für das Amt Finsterwalde.
Im sächsischen Staatsarchiv in Dresden stieß Martin Ziegler auf einen bemerkenswerten Fund: eine Handskizze des Amtes Finsterwalde, vermutlich erstellt in der Zeit zwischen 1593 und 1598. Sie diente als Grundlage für die Oeder-Zimmermannsche Karte.

Foto 15: Handskizze des Amtes Finsterwalde, vermutlich aus der Zeit um 1594.
Auch krumme Wege führen zum Ziel. Das gilt auch für Recherchen. So beschwerte sich 1598 der Graf zu Solms über die Vermessungsarbeiten im Amt Finsterwalde und auf seinem Territorium. Seine Beschwerde ermöglichte Martin Ziegler die zeitliche Eingrenzung der Handskizze auf den oben genannten Zeitraum. Doch auch diese älteste bekannte Karte erbrachte keine neuen Erkenntnisse zum Standort „A“ oder anderen Stellen. Stattdessen zeigte eine Prüfung durch einen Vermessungsingenieur die hohe Genauigkeit des Kartenwerks, und Irrtümer konnten ausgeschlossen werden.

Einen weiteren Ansatz verfolgte Martin Ziegler mit dem Vorwerk an der Straße zwischen Gröbitz und Finsterwalde. Dieses wurde vom Amt Finsterwalde vermutlich Mitte der 1650er Jahre aus fünf wüsten Bauernhöfen gebildet, brannte jedoch im Jahr 1678 ab. Um 1678/79 wurde es von Finsterwalde wieder aufgelöst.

Die Einrichtung eines solchen Vorwerks ist ein Beleg dafür, dass Gröbitz nicht langfristig unter dem Dreißigjährigen Krieg litt und sich historisch stets (bis 1854) in der Dorflage B befand. Doch wie sich herausstellte, führte auch dieser Ansatz zu keiner verwertbaren Spur.

Nach und nach zeichnete sich an diesem Abend folgendes Bild ab: Die Quellenlagen, die für einen zweiten, älteren historischen Standort von Gröbitz sprechen, sind sehr dünn. Archäologische Fundstücke aus dem fraglichen Bereich „A“ (siehe Foto 10) belegen nicht, dass sich dort längere Zeit Gebäude befanden. Selbst die im Staatsarchiv Dresden gefundene Originalhandskizze des Amtes Finsterwalde mit Gröbitz liefert keinerlei Hinweise. Auch alle weiteren behandelten Aspekte der fünfjährigen Forschungsarbeit führten zu keinem brauchbaren Befund für einen älteren Standort am Kirchhainer Weg oder anderswo.

Am Schluss seines Vortrags stellte Martin Ziegler eine tabellarische Gesamtbetrachtung vor. Diese lässt keinen plausiblen Schluss auf einen älteren, zweiten historischen Standort von Gröbitz plausibel erscheinen.

Foto 16: Tabellarische Übersicht mit der Gegenüberstellung der Forschungsergebnisse zur Lage des Ortes vor 1650.
Auf Nachfrage aus dem Publikum stellte sich für diese Forschungsarbeit ein Zeitaufwand von etwa 700 bis 1.000 Stunden heraus. Das ist viel Zeit. Natürlich war es nicht möglich, sich die Vielzahl an historischen Fakten und Umständen zu merken. Folglich wird es weitere Publikationen dazu geben, beispielsweise im Finsterwalder Speicher und zu einzelnen Aspekten des Vortrags in den Sonnewalder Heimatblättern.

Foto 17: Fragen aus dem Publikum.
Martin Ziegler stellte jedoch auch klar: Die Geschichte von Gröbitz ist noch lange nicht ausgeforscht. Es gibt immer etwas zu entdecken, und er beabsichtigt, dran zu bleiben. Folglich wird es auch Fortsetzungen des Vortrags geben.

Nach einem anhaltenden Beifall dankte Ortsvorsteher Eckhard Nadebohr Martin für den Vortrag.

Foto 18: Ortsvorsteher Eckhard Nadebohr bei seinem Dank an Martin Ziegler.
Längst war es draußen dunkel geworden. Bei Bockwurst, Wiener Würstchen und Getränken entspann sich ein langer Abend mit zahlreichen interessanten Gesprächen.

Foto 19: Rege Gespräche nach dem Vortrag.
Es gab auch weitere Literatur zu historischen Themen zu sehen. Auf einem Tisch hatte die Kunsthistorikerin Sybille Schulz aus Großbahren Bücher zur Einsicht bereitgelegt.

Foto 20: Literatur zu historischen Themen.
Es wurde viel später als geplant, und die Bearbeitung der Fotos musste auf die kommenden Tage verschoben werden.

An dieser Stelle noch einmal Dank an den Ortsvorsteher Herrn Nadebohr, dass der Fotograf auch einen Sitzplatz bekam.
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Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik