Foto 39: Himmlische Begegnung. Wer hätte gedacht, dass sich Glaube und Wissenschaft einmal in den Armen liegen würden? In Schacksdorf geht so etwas.
Eine so große Teilnehmerzahl rief prompt die Staatsmacht auf den Plan. Diese schickte ihren örtlichen polizeilichen Ordnungshüter Jeremy, der sein Amt sofort mit voller Ernsthaftigkeit aufnahm.
 | Foto 40: Freundlich beantwortete das Einhorn die Fragen des strengen Schacksdorfer Ordnungshüters.
| Offenbar konnte das Wesen aus der Märchenwelt jegliches Misstrauen der Polizei zerstreuen, worauf sich der Ordnungshüter dem Umzug zum Zweck der weiteren Beobachtung anschloss. Ordnung muss ja sein.
Am frühen Nachmittag legten die Zemperer einen Zwischenstopp bei den Brauers ein. Dort erwartete die bunte Truppe ein leckerer Empfang mit warmen Würstchen, Schmalz- und Leberwurststullen.
 | | Foto 41: Herzlicher Empfang im Hof der Familie Brauer. |
 | | Foto 42: Gekonnt übernahm die Verteilung des Essens die Marienkäfer-Brigade. | An dieser Stelle noch mal Dank an Familie Brauer und die übrigen Wirtsleute für die nette, aufwärmende Bewirtung des Fotografen.
Getarnt im Schnee, ein heimlicher schweigsamer Beobachter. Um welchen Dienst es sich handelt war nicht festzustellen.
 | | Foto 43: Scheinbar traute die Staatsmacht dem Treiben im Orte nicht so recht. | Hier kam es zu einem spontanen religiösen Ereignis. Einer der Teilnehmer schüttete dem Vertreter der Amtskirche sein Herz und seine Sünden aus. Um welche es sich handelt bleibt selbstverständlich Beichtgeheimnis. So schlimm kann es nicht gewesen sein. Es wurde Absolution erteilt.
 | | Foto 44: Spontane Beichte vor einem der Schacksdorfer Mönche. | Inzwischen ging es für die übrigen Zemperer mit einem kurzen Fußballspiel weiter.
 | | Foto 45: Fußball in Schacksdorf beim Zempern. |
 | | Foto 46: Tor im Busch. | Wieder auf der Chausseestraße empfingen die Zemperer eisiger Wind und spürbar fallende Temperaturen. Geologisch gesehen liegt dieser Teil Schacksdorfs auf einer uralten eiszeitlichen Grundmoräne. Offenbar hatte eine der Eiszeiten beschlossen, sich am Umzug zu beteiligen – zumindest mit ihrem eiskalten Gruß. Doch so etwas schreckte die Schacksdorfer Zemperer nicht, schließlich hatte man hier alle Eiszeiten überlebt.
 | | Foto 47: Voller Entschlusskraft geht es weiter. | In der Finsterwalder Straße 10 wurde der Zug mit einer großen Flasche Glühwein begrüßt – was angesichts des glazialen Hauchs lautstark bejubelt wurde.
 | | Foto 48: Glühwein zur Begrüßung bei Familie Nestler. | Doch dabei sollte es nicht bleiben: Kurz darauf erschien der Hausherr Norbert Nestler mit seiner Klingenthaler Piano-Harmonika „Barcarole“ – buchstäblich ein Instrument mit Geschichte. Norbert griff sofort mit Leidenschaft in die Tasten. Kunst kommt eben von Können – logisch, dass es bei den Zemperern kein Halten mehr gab.
 | | Foto 49: Norbert Nestler spielt gekonnt und kräftig auf. | In den nächsten zwanzig Minuten ging es mit einem bunten Potpourri durch die Welt der Stimmungsmusik.
 | Foto 50: Zemperer beim Schunkeln. Selbstverständlich übernahm der Vorsitzende die musikalische Direktion.
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 | | Foto 51: Tanz der Schacksdorfer Zemperer. |
 | | Foto 52: Unvermeidlich auch die Polonaise. | Wieder auf der Finsterwalder Straße erwarteten die Zemperer das mobile Versorgungsteam Ramona und Werner Winkel mit Pfannkuchen und Kaffee.
 | | Foto 53: Brutal lecker – Platte mit Pfannkuchen und Kaffee, serviert direkt aus dem Kofferraum. |
 | | Foto 54: Pfandkuchen-Qualitätstest des Vorsitzenden. Werner Winkel ließ keinerlei Zweifel an der Qualität der Versorgung aufkommen. | Während die mobile Versorgung im Gange war, ergab sich die Gelegenheit, sich einmal nach den Organisatoren zu erkundigen.
Der Freiwillige Feuerwehrverein zählt 44 Mitglieder. Entstanden ist der Verein aus der Freiwilligen Feuerwehr heraus. Irgendwann war die Idee da – und wurde einfach umgesetzt. Selbstorganisation war auf den Dörfern schon immer ein wichtiger Faktor; sie sorgt bis heute für eine stabile Vereinslandschaft.
Wann das alles genau begann, kann auch Stellvertreterin Doreen Biskupski nicht mehr mit Sicherheit sagen. Vorsitzender Mario Wagner geht inzwischen von etwa zehn Jahren aus. Im Laufe der Zeit hat sich eine Aufgabenverteilung ergeben: Jeder macht das, was er gut kann. Für die digitale Seite ist Kim Biskupski zuständig. Die Gruppe organisiert nicht nur das Zempern, sondern auch weitere Veranstaltungen wie Osterfeuer, Maibaum, Erntefest, etc.
Für Versammlungen und Beratungen trifft man sich im Dorfgemeinschaftshaus, das früher die Grundschule war. Mit viel Eigeninitiative und Förderung durch die Amtsgemeinde Massen wurde dort ein kleines Veranstaltungszentrum mit Versammlungsraum und Küche aufgebaut. Als neuestes Projekt entsteht im Hof eine Mehrzwecküberdachung; im Frühjahr sollen die Bauarbeiten fortgesetzt werden.
Nach der mobilen Stärkung ging es weiter – Ziel war die Schacksdorfer Wassermühle. Doch zunächst wurde in der Finsterwalder Straße weiter getanzt, und die Senioren legten ein ordentliches Solo hin.
 | | Foto 55: Senioren mit einem flotten Asphalt-Solo. |
 | | Foto 56: 15:22 Uhr – es kam zu einem weiteren religiösen Ereignis: traditionelle Anbetung eines geheimnisvollen Symbols in der Finsterwalder Straße. |
 | | Foto 57: Begleitet von spontanem Jubel. |
 | | Foto 58: 15:30 Uhr – in der Weststraße gab es bei Angela Schmidt zur Stärkung Nachmittagskuchen und Kaffee. |
 | | Foto 59: Familie Schmidt mit dem Vorsitzenden. | Schacksdorf ist nicht nur ein Ort mit Traditionen, sondern auch mit Erfindergeist. Deshalb wurde unterwegs eine Innovation vorgestellt.
 | | Foto 60: Die Schacksdorfer Glasnaben-Radhalterung. | Gleich danach folgte die nächste Überraschung: Ein schwarzes Auto erschien, und ein Mann spendete den Zemperern Geld. Wie sich im Gespräch herausstellte, war er Unternehmer und eigens vom Flugplatzgelände gekommen, um zur Veranstaltung etwas beizutragen. Die Freude war groß.
 | | Foto 61: Unter den wachsamen Augen des Ordnungshüters Jeremy nimmt der Vorsitzende die Spende des freundlichen Sponsors entgegen. | Nach einem weiteren Motivationstraining an der Nummer 15a, natürlich unter Anleitung der Blauen Glücksfee, näherte sich der Umzug der ehemaligen Schacksdorfer Wassermühle. In der historischen Mühle wartete Familie Pries schon mit gedeckten Tischen, Gulaschsuppe und heißem Kaffee.
 | | Foto 62: Familie Pries in der Schacksdorfer Wassermühle. | Das wurde von den Zemperern angesichts der ungemütlichen Temperaturen dankbar angenommen. Schließlich war der Zug bereits über sechs Stunden unterwegs.
 | | Foto 63: Heiße Gulaschsuppe in der Schacksdorfer Wassermühle. | Gegen 16:40 Uhr sind die Zemperer wieder im Mühlweg unterwegs. Mittlerweile beginnt es zu dämmern, was das Fotografieren etwas komplizierter macht, den Zug aber nicht im Mindesten bremst.
 | | Foto 64: Blaue Glücksfee bei ihrer Arbeit im Mühlweg. | In der Pension Luckow wird den Zemperern noch einmal ein wärmender Aufenthalt ermöglicht.
 | | Foto 65: Entspannter Aufenthalt in der Pension Luckow. | Dabei kommt es zum vorerst letzten religiösen Ereignis des langen Tages. Haben wir uns nicht alle schon einmal gefragt, wie die Amtskirchen zu ihren himmlischen Erkenntnissen gelangen? Jenen Moment tiefster Einsicht und Bewusstwerdung der wahren Natur der Realität? Völlig unerwartet bot sich hier die Gelegenheit, einen kurzen Augenblick himmlischer Übermittlung – der Erleuchtung – zu beobachten. Ein Glücksfall. Über den Inhalt der Botschaften war allerdings nichts zu erfahren.
 | | Foto 66: Der Moment himmlischer Erleuchtung eines Vertreters der Amtskirche in Schacksdorf. | Kurz nach 17:00 Uhr ist der fröhliche Umzug wieder unterwegs. Inzwischen ist es dunkel geworden.
Schon seit über 100 000 Jahren bringen Lagerfeuer Menschen zusammen. In Schacksdorf fanden die Zemperer bei Ulli Möller ein Wärmendes samt Kessel mit Punsch vor.
 | | Foto 67: Ulli Möller zusammen mit den Schacksdorfer Zemperern. |
 | | Foto 68: Inzwischen hatte die Amtskirche den Transport und die Betreuung der Lebensmittel übernommen. | Wie unschwer zu erkennen ist, macht sich ein Wagen voller Eier und weiterer Lebensmittel auf den Weg zum Dorfgemeinschaftshaus.
Im Birkenweg gibt es noch drei Zwischenstopps. Danach geht es weiter in Richtung Endstation.
 | | Foto 69: Zwischenstopp im Birkenweg. | Gegen 17:50 Uhr: Ankunft im Dorfgemeinschaftshaus Schacksdorf. Nach über acht Stunden durch die Straßen Schacksdorfs geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.
 | | Foto 70: Kleine Auswertung des Tages. | Nicht einfach, die Spenden der Macht des Zauberstabs abzuringen.
 | | Foto 71: Die Glücksfee beim Ausleeren ihres Zauberstabs. | Die Frauen haben inzwischen die Kassenverwaltung übernommen. Natürlich wird genau gezählt – schließlich soll das Geld den Schwartenabend finanzieren. Aus dem Großteil der Eier soll per Beschluss Eierlikör hergestellt werden.
 | | Foto 72: Auszählung der Spenden. | Bilanz: Auch wenn es kalt war, „das Wetter hat gestimmt“, meint der Vorsitzende. Die gut abgestimmte Organisation der Teilnehmern hat zum Erfolg geführt. Und die Einwohner von Schacksdorf haben den Umzug immer freundlich begrüßt. Ein gelungenes Zempern, so Mario Wagner.
Dank an Markus Müller für die Idee der fotografischen Begleitung.
 | | Foto 73: Markus Müller im Dorfgemeinschaftshaus Schacksdorf. | An dieser Stelle noch mal Herzlichen Dank vom Fotografen für die überaus freundliche Aufnahme.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik Fotos: Vel Thurvik |