Samstag, 8. August 2026

Küchentisch-Blumen - Niederlausitzer Fundstücke -

Fundblumen


Gefundene Blumen stehen in einer Vase auf dem Küchentisch und werden von der Sonne belschienen.
Fundblumen auf dem Küchentisch.
Kennen Sie das Gefühl? Nach einer Feier bleiben ein paar Fundblumen auf dem Boden zurück. Oder die Überlebenden eines längst verwelkten Blumenstraußes stecken noch darin. Manchmal liegt eine Blume auf dem Gehweg, auf dem Weg nach Hause. Bewegt ihr Anblick Sie auch dazu, eine Entscheidung zu treffen? Oder gehören Sie zu den Menschen, die achtlos daran vorbeigehen und sie ihrem Schicksal überlassen? Oder nehmen Sie sich doch lieber den kurzen Moment Zeit, sie aufzuheben, vorsichtig zwischen die Einkäufe in der Tasche zu stecken und später in der Küche auf den Tisch zu stellen?

Der Zufall des Fundes und eine Vase, die sonst eher nicht für festliche Anlässe gedacht ist, aber für die floristischen Fundstücke der Straße genau richtig erscheint, lassen manchmal ein optisch interessantes Ensemble entstehen. Wenn dann noch ein spätnachmittäglicher Sonnenstrahl sich ihrer entsinnt, entsteht sogar ein schönes Foto.
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Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Links: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz

Montag, 27. Juli 2026

Hennersdorfer Ansichten und ein fast vergessener kleiner Fluss – Niederlausitzer Entdeckungen -

Fotografischer Streifzug durch die Niederung der Wobert


Im Frühsommer bietet die Niederlausitz oft schöne landschaftliche Ansichten. Frisches Grün bedeckt noch weithin die Landschaft. So auch rund um Hennersdorf bei Doberlug-Kirchhain. Geologische Gründe führten mich in die Niederung nördlich vom Dorf. Dabei stellte sich heraus, dass diese Niederung entlang der Wobert, einem der Nebenflüsse der Kleinen Elster, ihre ganz eigenen fotografischen Reize hat. Einige davon möchte ich vorstellen.

Foto 1: Blick vom Ortsausgang Hennersdorf über die Getreidefelder in der Niederung der Wobert. Im Hintergrund, im Wald rechts, der Hirseberg.
Streift man entlang der Sonnenstraße, die Hennersdorf und Münchhausen verbindet, durchquert man automatisch die etwa 800 Meter breite Niederung der Wobert.

Karte 1: Auszug aus dem Messtischblatt 4347 aus dem Jahr 1904 mit dem Verlauf der Wobert. Quelle: OpenStreetMap (Experimental: Leaflet Tree Control)
Warum dieses kleine Flüsschen seit der Wende auf modernen Karten seinen Namen verloren hat und in „Fichtegraben“ umbenannt wurde, konnte bisher niemand richtig erklären. Sehr kurios: Lediglich ein winziger Abschnitt als Verbindungsgraben zum Fulgens Graben bei Kirchhain hat noch seinen historischen Namen behalten.

Karte 2: Ausschnitt aus der Landesaufnahme des Landes Brandenburg mit dem Verbindungsgraben „Wobert“ zwischen Fichtegraben und Fulgens Graben östlich von Kirchhain.
Ihre Quellen hat die Wobert in den beiden nacheiszeitlichen Kesseln südlich der Widderberge in der Münchhausener Heide. Nicht weit von Finsterwalde. Nach ihrem langen Weg durch die Hennersdorfer Stauchmoräne bekommt sie in der Ebene vor Kirchhain noch etwas Zufluss aus Seitengräben. In Kirchhain mündet der kleine Fluss über den Fulgens Graben unterirdisch am Hagwall in die Kleine Elster. Doch zurück zur Landschaft: In einem Seitenweg kurz hinter dem Ortsausgang fällt ein einzelner blühender Holunderstrauch auf, der sich an einen alten Blechcontainer lehnt.

Foto 2: Schönes Frühsommer-Motiv mit Holunderstrauch, Traktorrad und Blechcontainer.
Gleich nebenan befinden sich große Stapel vergessener Holzpaletten. Längst haben die Brombeeren deren Eroberung übernommen. Hinter den Stapeln öffnet sich der weite Blick Richtung Osten.

Foto 3: Wirkt wie ein mächtiges, vergessenes, mystisches Holztor.
Foto 4: Fast geht die Niederung der Wobert in der bewaldeten Landschaft unter. Lediglich eine kleine Delle im Waldgebiet im Hintergrund (Bildmitte) kennzeichnet den Verlauf der Niederung in den Wäldern.
Foto 5: Schönes frühsommerliches Motiv. Über der Münchhausener Heide tummeln sich Wolken in verschiedenen Grautönen von Grau bis Weiß.
Ein schwarzer Vogel entschloss sich, den Fotografen näher zu betrachten. Neugierig umkreiste er über mir. Dabei leuchteten wiederholt seine Flügelfedern in der Sonne auf.

Foto 6: Schwarzer Vogel am Himmel über der Niederung.
Auf dem Rückweg zur Sonnenstraße fiel mir die Musterung des Holzes einiger Paletten auf. Äste in den Brettern hatten sich durch die Verwitterung gelb verfärbt. Das mittlerweile mildere Spätnachmittagslicht tat sein Übriges.
Foto 7: Holzmuster mit intensiver Färbung.
Foto 8: Ast gelb verfärbt.
Ein Stück weiter auf der Sonnenstraße unterquert ein trocken gefallener Graben die Straße. Eine kurze Baumreihe hat sich dort entwickelt. Sie trennt nach links eine flache Bodenwelle ab, die im Getreide kaum auf fiel. Sie trägt den interessanten Flurnamen „Das Schölchen“, der in der Niederlausitz ein kleines, feuchtes oder ausgewaschenes Gelände bezeichnet, also eher eine Senke. Zumindest auf der Karte der Feldmark Hennersdorf von 1851 taucht der Flurname bereits auf. Er ist in Hennersdorf also schon sehr lange in Gebrauch.

Foto 9: Hübscher Anblick. Die Flur "Das Schölchen".
Ein paar hundert Meter weiter, mitten im Frühsommer, blühte eine einzelne Heckenrose in einer sonst blütenlosen Hecke wilder Rosen. Just in dem Moment der Begegnung fand ein einzelner Sonnenstrahl durch das hier dichte Blätterdach seinen Weg exakt auf die Blüte. Da können fast Zweifel am Zufall aufkommen.

Foto 10: Einzelne Blüte einer Heckenrose im sonst blütenlosen Schatten.
Noch ein paar Schritte weiter die Wobert. Mitten im Feld verläuft ein langgestreckter Graben. Trotz des jahrelangen Wasserdefizits in der Niederlausitz führte sie Wasser.

Foto 11: Hennersdorfs kleiner, vergessener Fluss,
die Wobert.
Sieht man sich das Geländeprofil der Wobert-Niederung an, wird klar, weshalb sie trotz jahrelanger Trockenheit noch Wasser führt. Sie liegt am tiefsten im Verhältnis zur übrigen Hennersdorfer Stauchmoräne und reicht weit in die Stauchmoräne hinein, bis kurz vor Finsterwalde. Sie hat also ein recht großes Einzugsgebiet. Doch dazu später einmal mehr.

Karte 3: Profil der Wobert-Niederung östlich der Sonnenstraße nach Münchhausen.
Kurze Zeit später betritt ein anderer Akteur das Gelände an der Wobert, ein Rehbock.

Foto 12: Rehbock am Uferweg der Wobert.
Selbst vom sich nähernden Fotografen lässt er sich nicht stören. Also lasse ich ihn in Ruhe und bleibe auf Distanz.

Knapp 150 Meter weiter steigt das Gelände um einige Meter an. Hier beginnt der Wald der Münchhausener Heide. An seinem Rand befindet sich ein Aussichtspunkt mit schönem Blick über die Niederung der Wobert.

Foto 13: Zwischen den Bäumen bietet sich ein reizvoller Durchblick in die weite Landschaft der Wobert-Niederung.
Auf dem nächsten Foto zeichnet sich ein geografisches Detail ab. Die Baumreihe kennzeichnet den Verlauf der Wobert. Beim genauen Hinsehen wird der flache, aber breite Einschnitt, den der kleine Fluss seit der Saale-2-Eiszeit in die Stauchmoräne geschnitten hat, erkennbar.

Foto 14: Landschaft entlang der Wobert Richtung Osten. Mittig der sanfte Einschnitt in der Landschaft.
Für diese Arbeit nahm sich der kleine Fluss ca. 126.000 Jahre Zeit. Entstanden ist eine schöne Niederung mit typisch niederlausitzer Flachlandflair.

Auf der gegenüberliegenden Seit ragt wie eine alte Burg das Siebanlage des ehemaligen Hebel-Werkes aus dem Wald. Ein interessante Kontrast.

Foto 15: Siebanlage des ehemaligen Hebel-Werkes überragt die Landschaft.
Auf der glazialen Hochfläche der Münchhausener Heide angekommen, bietet sich noch ein Rückblick in Richtung Hennersdorf an.
Foto 16: Verstecktes Hennersdorf.
Damit war es Zeit zur Rückkehr an den heimischen Computer zur Bearbeitung der Fotos. Was bleibt, ist der Eindruck, dass Hennersdorf nicht nur aus Bergbau und Wald besteht. Ein Dorf, das mit seinem fast vergessenen kleinen Fluss über eine reizvolle Landschaft verfügt und somit eine Einladung zu einem Spaziergang bietet. Dafür gibt es einen inoffiziellen Rundweg. Start ist in Hennersdorf am Wegestern. Der Sonnenstraße Richtung Münchhausen bis zur Wobert folgen. Weiter geht es rechts auf dem Feldweg entlang des Grabens. Es folgen zwei Brücken. An der zweiten Brücke den kleinen Fluss überqueren und Richtung Süden durch die Felder bis zum Waldrand gehen. Es geht leicht bergauf. Am Waldrand angekommen, rechts halten und dem Weg in Richtung Ortskern weitergehen. Teilweise geht es durch ein kleines Waldstück. Nach knapp einem Kilometer erreicht man den „Waldweg“, der bis zur ehemaligen Gaststätte Hennersdorf führt. In Sichtweite trifft man dort wieder auf den Ausgangspunkt, den Wegestern am markanten Gemeindehaus mit Glockenturm.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Dienstag, 21. Juli 2026

Wiedereröffnung der Sparda-Bank Filiale in Falkenberg /Elster - Niederlausitzer Begegnungen -

Am 11. Juni 2026, 10:00 Uhr war es endlich so weit. Exakt 500 Tage nach einer Automatensprengung Ende Januar 2025, konnte die damals schwer beschädigte Sparda-Bank Filiale in Falkenberg, wiedereröffnet werden.

Foto 1: Mit einem "Herzlich Willkommen" und dem Motto "Falkenberg bewegt" werden die Kunden in der neu gestalteten  Sparda-Bank Filiale begrüßt.

Foto 2: Wiedereröffnung der Sparda-Bank Filiale Falkenberg /Elster am 11. Juni 2026.
Die Freude über die Wiedereröffnung sah man Frau Handschack, der Marktleiterin der Filiale in Falkenberg /Elster, sichtlich an. Vor über 40 Gästen, Kunden und Besuchern schilderte sie die Entwicklung seit der Explosion in der Nacht des 27. Januar 2025. Nach der Automatensprengung war der Standort zunächst nicht nutzbar. Von Beginn an stand fest, trotz der massiven Schäden soll die Filiale weiter bestehen bleiben. Bei der Sparda-Bank Berlin e. G. sieht man weiterhin Potential für den Standort Falkenberg, im Landkreis Elbe-Elster und darüber hinaus. Stellt doch diese Filiale in Falkenberg /Elster zwischen den nächsten Standorten in Riesa, Leipzig, Berlin und Cottbus einen zentralen Punkt dar. Mitglied des Vorstandes der Sparda-Bank Berlin, Rolf Huxell, unterstützte das noch mal in seinen Ausführungen.

Foto 3: Katja Handschack, Marktleiterin der Filiale in Falkenberg und Rolf Huxoll, Mitglied des Vorstandes der Sparda-Bank Berlin e. G. bei der Wiedereröffnung.
Nach der Automatensprengung 2025 organisierte das Team der  Sparda-Bank kurzfristig den Kundenservice in benachbarten Räumlichkeiten des Gewerbeobjektes Friedrich-List Straße und sicherte so den Kundenbetrieb. Die Bargeldversorgung übernahm als Partnerbank die Raiffeisen-Filiale in Falkenberg. Doch zunächst gab es erst mal Schwierigkeiten. Bei der Sprengung hatten sich Deckenträger des Gebäudes aus der Verankerung gelöst. Folglich musste erst ein Statik-Gutachten klären ob und wie ein Wiederaufbau erfolgen kann. Das erklärt auch die Dauer bis zum Baubeginn Anfang Januar 2026, wie Frau Handschack ausführte.

Foto 4: Gespanntes Publikum aus Kunden, Gästen, Partnern und Mitarbeitern der Sparda-Bank Filiale Falkenberg /Elster.
Bereits zur Weihnachtsfeier der Falkenberger Eisenbahner, Mitte Dezember 2025, ging ein Raunen durch die Reihen als bekannt wurde, dass ab Januar 2026 mit dem Wiederaufbau begonnen werden soll. Es war dann auch der Hinweis der Falkenberger Eisenbahner mal darüber zu berichten, wenn es soweit ist. Was zeigte, die Sparda-Bank ist in Falkenberg /Elster fest verankert.

Am Standort Falkenberg /Elster setzt die Sparda-Bank Berlin weiter auf persönliche Beratung. Künftig wird die Filiale von einem vierköpfigen Team betreut und durch zwei Verbundmitarbeiterinnen aus Riesa unterstützt. Ein Markenzeichen der Sparda-Bank, der persönliche Kundenkontakt, bleibt somit erhalten.

Foto 5: Team der Sparda-Bank und Partner vor dem neu eröffnete Filiale in Falkenberg /Elster.
Verändert hatte sich allerdings das technische Angebot. Bargeldautomaten wird es in der Filiale nicht mehr geben. Es ist einfach zu gefährlich. Wie sich später im Gespräch mit Frau Handschack herausstellte, bei der Automatensprengung handelt es sich bereits um das zweite derartige Ereignis seit Februar 2017. Wie Herr Huxell ergänzt, prüft die Bank einen möglichen Standort in der Nähe des Bahnhofes Falkenberg /Elster. Nach Angaben der Sparda-Bank hat die Stadt bereits ihre Zustimmung erteilt. Ein Bauantrag ist in Vorbereitung. Der Bargeldautomat in der Tankstelle Herzberg /Elster bleibt bestehen. Ebenso die kostenfreie Bargeldversorgung durch die Raiffeisen-Filialen. Auf Serviceautomaten wird die Sparda-Bank verzichten. Statt dessen sollen digitale Angebote stärker ausgebaut werden. Die Sparda-Bank folgt damit einem Zug der Zeit. Für alle Kunden werden ab Juni 2026 Seminare zum Onlinebanking angeboten. Für Anfänger ebenso wie für Fortgeschrittene. Als weitere Kontaktmöglichkeit kommt das Format "Erzählcafè" hinzu. Es soll den Austausch zu Finanzthemen fördern. Etwas was sich im Anschluss einige Anwesenden ausführlicher erläutern ließen.

Gemeinsam mit den Sparda-Bank Partnern DEVK um Herrn Krahlisch und dem Team der Bausparkasse Schäbisch Hall mit Frau Yvonne Frommhold und Herrn Liebert, wird die Beratungstätigkeit für weitere Produkte und Leistungen in gewohnter Weise fortgeführt.
Doch das ist nicht alles. Frau Handschack wies in ihrer Rede ausdrücklich darauf hin, die Räumlichkeiten stehen auch Vereinen und ehrenamtliche Organisationen für Beratungen und Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung. Ein großer Monitor ermöglicht Präsentationen. Sitzgelegenheiten sind vorhanden. Damit steht eine weitere Begegnungsstätte im Zentrum zur Verfügung. Einige Gäste fragten vorsichtshalber noch mal nach ob jeder Verein dieses Angebot nutzen kann. Falkenberg bewegt also und die Sparda-Bank ist in Falkenberg mehr als nur ein Ort für Bankgeschäfte. 

Foto 6: Lockere Gespräche im großen Raum der Sparda-Filiale Falkenberg /Elster.
Gut 20 Minuten später ging die feierliche Eröffnung in eine eine lockere Runde über. Kunden, Gäste und Besucher nahmen die neu gestalteten Räume in Augenschein und nutzten die Gelegenheit für Gespräche mit Mitarbeiter und Partner. Wie sich schnell zeigte, man kannte sich.

Foto 7: Mitglied des Vorstandes Rolf Huxoll im Gespräch.
Schon nach kurzer Zeit fanden erste Kundengespräche statt.

Foto 8: Erste Kundengespräche am neuen Service Point.
An zwei durch Glaswände abgetrennte Räume mit der Bezeichnung Gleis 3 und Stellwerk, fanden bereits erste Beratungen statt. 

Foto 9: Wo gibt`s das schon? Auch ein Mitglied
des Vorstandes hilft Kunden weiter. Bei der Sparda-Bank
geht das eben.
Foto 10: Reges Treiben und Gespräche auch vor dem Gebäude der Filiale Falkenberg /Elster.
Das Team um "Sir Mampfelot" aus Dresden übernahm gekonnt die Versorgung der Anwesenden. Der Fotograf kann bestätigen, sehr lecker.

Foto 11: Das Team von Martin Sauer um den mobilen Versorger "Sir Mampfelot" aus Dresden. Rechts Marktleiterin Katja Handschack.
In den folgenden Stunden entwickelte sich ein reges Kommen und Gehen. Die Wiedereröffnung hatte sich offenbar herumgesprochen. Leider konnte der Fotograf nicht bis zum Schluss bleiben. Andere Termine riefen. Vielen Dank an das Team der Sparda-Bank Filiale für die freundliche Aufnahme. Auf alle Fälle gelungener Auftakt für Falkenberg /Elster und sicher ein Gewinn für den Landkreis Elbe-Elster.
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Text und Fotos: Volker Kock, Finsterwalde /Niederlausitz

Samstag, 13. Juni 2026

Arbeitsgruppe Hennersdorfer Geschichte und Geschichten – Niederlausitzer Begegnungen -

Arbeitsgruppe zur Neuauflage und Digitalisierung der Ortschronik Hennersdorf


„Geschichte gibt einem Ort sein Antlitz“, hat einmal der Autor Theodor Fontane im Jahr 1894 in seinem Essay Vor einer Bibliothek geschrieben. Das hat sich auch Hennersdorf bei Doberlug-Kirchhain gesagt. Da die Ortschronik des niederlausitzer Dorfes jedoch etwas brachlag, ergriff Ortsvorsteher Ralf Kirsch die Initiative. Diese mündete am 7. April 2026 in die Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem obigen Titel. Natürlich braucht so eine Arbeitsgruppe eine Leitung – und diese übernahm Harald Sacher. Arbeitsgruppe bedeutet logischerweise auch immer Arbeit. Also nahm die Arbeitsgruppe in einer zweiten Sitzung am Montag, dem 1. Juni 2026, mit zunächst vier Mitgliedern die Arbeit auf. Etwas später gesellte sich ein weiteres Mitglied dazu.

Foto 1: Arbeitsgruppe im Gemeindehaus Hennersdorf am 1. Juni 2026 mit Bernd Jühnichen (vorn), Lenore Pahl, Birgit Zickert (links), Ralf Kirsch (Mitte) und Harald Sacher (rechts).
In seiner Einführung ging Ralf Kirsch auf die Ziele ein: Die Neuerstellung und Digitalisierung der Dorfchronik für Hennersdorf sowie die Erarbeitung einer Struktur für die Ortschronik, mögliche Inhalte und Themen. Auch die Mittel des Austauschs untereinander und der Veröffentlichung von Ergebnissen, einschließlich der Ortschronik selbst, wurden anschließend von den Anwesenden diskutiert. Die Möglichkeiten reichten von E-Mail über eine WhatsApp-Gruppe bis hin zum Anlegen einer digitalen Plattform. Dabei wurden verschiedene Erfahrungen ausgetauscht. Die Tendenz ging schließlich zum Anlegen einer Plattform über die interne Internetseite der Stadt Doberlug-Kirchhain, die den Ortsteilen eine solche Möglichkeit bietet. Diese Aufgabe sowie die Verbindungen zur Politik übernahm Ralf Hirsch.

Auf Harald Sachers Notizzettel stand als nächstes Thema eine Struktur bzw. Gliederung einer Ortschronik sowie Regelungen zur Zusammenarbeit. Nach dem Ausloten verschiedener Möglichkeiten und der Erörterung anderer Ortschroniken, beispielsweise von Großbahren und Münchhausen, verständigten sich die Anwesenden auf eine klassische Variante analog eines Zeitstrahls, die mit Funden aus der Steinzeit beginnt. Nebenbei kam die abenteuerliche Geschichte des Fundes einer Hennersdorfer Steinaxt auf den Straßen Potsdams zur Sprache.

Foto 2: Harald Sacher mit dem Foto einer prähistorischen Steinaxt.
Ausgelöst durch diese Geschichte zeigte sich schnell, dass jeder der Anwesenden solche interessanten Themen und Anekdoten beisteuern konnte. Ob es sich um abgestürzte Flugzeuge oder die Geschichte von Fabriken und Bergwerken in und um Hennersdorf handelte – Bernd Jühnichen, Freizeithistoriker aus Münchhausen, hatte eine Reihe alter Unterlagen mitgebracht. Das war schon Grund genug für die Anwesenden, sich einige Dokumente anzusehen.

Foto 3: Bernd Jühnichen und Lenore Pahl mit verschiedenen historischen Dokumenten.
Lenore Pahl steuerte eine Reihe von Beobachtungen und Fundinformationen aus ihrer Arbeit als Bodendenkmalpflegerin bei. Dabei zeigte sich, dass der Norden von Hennersdorf ein recht ergiebiges Fundgebiet für mittelalterliche Tonscherben ist. Auch in den Kiesgruben gelang in der Vergangenheit manch interessanter Fund.

Foto 4: Verschiedene Fotos und historische Dokumente mit Bezug zu Hennersdorf.
Zweieinhalb Stunden später und nach Einbruch der Dunkelheit zeigte sich, dass Material und Informationen, die Eingang in eine Dorfchronik finden könnten, vorhanden sind. So verständigten sich die Anwesenden zunächst auf einige Aufgabengebiete sowie auf die Sammlung und Sichtung von Material. Ralf Kirsch übernahm es, in der nächsten Dorfzeitung die Einwohner zum Stöbern in ihren eigenen Unterlagen und auf Dachböden aufzufordern.

Lenore Pahl will sich mit der Sichtung der steinzeitlichen Fundstellen beschäftigen. Weiteres Ergebnis: Jeweils am ersten Montag im Monat will sich die Arbeitsgruppe treffen und austauschen. Damit ist ein praktischer Anfang gemacht.

Quelle: Theodor Fontanes Essay "Vor einer Bibliothek" (im Band "Gesammelte Aufsätze zur Literatur und Kunst", erschienen 1894).
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Donnerstag, 14. Mai 2026

Siebentes Yu-Gi-Oh Fun-Turnier in Klingmühl – Niederlausitzer Begegnungen -

Spieltag in Klingmühl: Das 7. Yu-Gi-Oh!-Fun-Turnier


Am Samstag, den 2. Mai 2026, war es wieder so weit. In Klingmühl stand das siebte Yu-Gi-Oh!-Fun-Turnier auf dem Plan. Organisiert wurde es erneut vom Orga-Team des FYT, dem Finsterwalder Yu-Gi-Oh-Treff. Teilnehmer aus der gesamten Niederlausitz und aus Berlin waren wieder angereist. Aufgrund des Feiertags am Vortag hatten sich jedoch nur 14 Teilnehmer in der Gaststätte Griebner eingefunden. Zum Spielen gab es trotzdem genug.

Kurz nach 10:00 Uhr ging es nach einer kurzen Begrüßung durch Christopher Fehse und Jonas Liesche an die Auslosung der ersten Spielrunde. Diesmal wurde nicht in Teams gespielt, sondern im Einzelmodus. Kurz darauf herrschte an den Tischen im Saal, sachliches und konzentriertes Spielen.

Foto 1: Konzentriert am Spiel.
Das Spiel selber verlief wie immer unauffällig. Gespielt wurde dieses mal nach den Regeln „Sneak Peek mit alten Bustern“. Näheres zu den Spielregeln hier: yugioh.fandom.com

Max Griebner kümmerte sich um die Essensversorgung der Teilnehmer. Wie immer gewohnt professionell. Nach mittlerweile sieben Turnieren kennt man sich eben.

Foto 2: Yu-Gi-Oh am langen Tisch.
Gegen 15:45 Uhr war es so weit. Folgende Reihenfolge der Sieger hat sich im Turnier ergeben:

Platz 1: Manuel Neudeck

Foto 3: Manuel Neudeck mit dem Siegerpokal in den Händen.
Foto: Christopher Fehse.
Platz 2: Jan Amling

Platz 3: Niclas Tirok

Traditionell wurde auch wieder die Rote Laterne an den letzten Platz vergeben. Diese fiel an Maximilian Stecher.

Foto 4: Maximilian Stecher mit der Roten Laterne.
Foto: Christopher Fehse.
Zum Abschluss gab Christopher Fehse gleich den Termin für das nächste Turnier bekannt. Samstag den 21. November 2026, ebenfalls wieder in der Gaststätte Griebner. Gespielt wird im Highlander-Format.

Mit der Karten-Tauschbörse und natürlich Erfahrungsaustausch klang des Turnier aus.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Natur des Jahres in Calau – Niederlausitzer Begegnungen -

Vortrag zur Natur des Jahres 2026 in Calau


Es klang schon interessant: „Vortrag über die Natur des Jahres“ in Calau. Vorgestellt werden sollten verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Eingeladen hatte der Heimatverein Calau e.V. am Dienstag, den 24. März 2026, in das Haus der Heimatgeschichte. Als Vortragende agierte die Gemeindepädagogin der ev. Kirche, Frau Undine Grabitz aus Kemmen.

Foto 1: Frau Grabitz beim Vortrag zur Natur des Jahres in Calau.
Eröffnet wurde der Abend vom Vorsitzenden des Calauer Heimatvereines, Matthias Nerenz.

Foto 2: Matthias Nerenz bei der Eröffnung des Abends.
In seiner kurzen Einführung würdigte er die Arbeit von Hans-Joachim Emmrich, Leiter der Arbeitsgruppe „Regionales Wasser“ im Heimatverein Calau, der bereits Anfang des Jahres einen Teil des Vortrags gehalten hatte. An diesem Abend konnte er jedoch nicht anwesend sein.

Der Vortrag bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teil wurden der Baum des Jahres, die Heilpflanze des Jahres, das Blattgemüse des Jahres und die Fledermaus des Jahres behandelt. Diesen Teil hatte Hans-Joachim Emmrich erarbeitet. Los ging es mit der Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe genannt.

Foto 3: Espe in voller Blüte.
Frau Grabitz sprach über die Einordnung in der Pflanzenwelt, ihr Vorkommen sowie ihre Wirkung in der Natur als Pionierpflanze für weitere Baumarten und natürlich darüber, was der Mensch aus ihrem Holz fertigte. Dazu ließ sie einige Beispiele herumgehen.

Foto 4: Sperrholzplattenreste aus Pappelholz.
Weiter ging es mit der Gemeinen Nachtkerze als Heilpflanze des Jahres 2026. Dieser im 17. Jahrhundert aus Nordamerika als Zierpflanze eingeschleppte Neophyt ist ein Gartenflüchtling und hat sich in Europa schnell ausgebreitet.

Foto 5: Foto der Gemeinen Nachtkerze.
Wer mehr darüber wissen möchte, findet bei Wikipedia unter „Gemeine Nachtkerze“ weitere Informationen.

Als Nächstes holte Frau Grabitz einen Korb unter dem Tisch hervor und präsentierte das Blattgemüse des Jahres: zur Überraschung einen Grünkohl, frisch aus dem Garten.

Foto 6: Gemüse auf den Tisch.
Nach dessen Vorstellung nahmen die Gespräche die Fahrt in Richtung Speiseplan und Zubereitung auf. Was in der Runde so an Rezeptideen aufkam, weckte beim Fotografen auch Appetit.

Der letzte Kandidat vor der Pause hat den lateinischen Namen „Nyctalus leisleri“ und ist auch in der Niederlausitz verbreitet. So gibt es in der Nähe von Buchwäldchen auch eine Heimstätte dieses lautlosen Seglers.

Nach der Fledermaus gab es eine kleine Pause – Gelegenheit, einmal nach dem Hintergrund der „Natur des Jahres“ zu fragen.

Es handelt sich um eine Idee aus dem Jahr 1971. Ein Vorläufer des NABU, der „Deutsche Bund für Vogelschutz“, kürte damals den Wanderfalken zum Vogel des Jahres. Ziel war es, die Bevölkerung in der alten Bundesrepublik für die Gefahren der Natur zu sensibilisieren. Daraus hat sich im Laufe der Zeit eine bundesweite Aktion mit vielen Akteuren entwickelt. Heute umfasst sie eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten. Eine Übersicht und kurze Geschichte kann man hier nachschlagen: „Natur des Jahres“, Wikipedia.

Im Zweiten Teil ging es um drei Tierarten. Vogel, Wildtier und Lurch des Jahres.

Foto 7: Präsentation zu Rebhuhn, Rothirsch und Alpensalamander.
Los ging es mit dem Rebhuhn. Es ist ein wildlebender Hühnervogel, Bodenbrüter und in Deutschland stark gefährdet, deshalb steht er auf der Roten Liste. Grund ist die intensive Landwirtschaft. Dafür hat der kleine Vogel es in Grimms Märchen geschafft, wie Frau Grabitz mit Hilfe einer kleinen Quizfrage erläutert: Nämlich als Speise für den König im Märchen „Der gestiefelte Kater“.

Foto 8: Frau Grabitz mit einem Märchenbuch.
Mehr zum Rebhuhn hier: Rebhuhn Wikipedia

Mit der nächsten Folie auf der Leinwand legte Frau Grabitz zwei Hirschgeweihe auf den Tisch. Es ging um den Rothirsch (Cervus elaphus) und seine Lebensbedingungen.

Foto 9: Ein Fünfender Hirschgeweih wandert über die Tische.
Das recht hohe Gewicht der beiden Geweihe sorgt im Publikum für allerlei Kommentarstoff. Auch in den Waldgebieten um Calau tritt der Rothirsch auf, was einige Anwesende mit ihren Begegnungen bestätigen. Mehr zum Rothirsch hier: „Rothirsch“, Wikipedia

Das letzte Tier des Jahres ist der schwarze Alpensalamander. Eine Tierart, die in der Umgebung Calaus nicht heimisch ist, sondern eher in den Mittel- und Hochgebirgen Südeuropas vorkommt.

Foto 10: Folie schwarzer Alpensalamander bei der Paarung.
Nach der Schilderung von Vorkommen, Lebensraum und Gefährdungsgrad hatte Frau Grabitz ein Video mitgebracht. Bei einer Wanderung im Dinarischen Gebirge hat sie durch Zufall das Paarungsverhalten der Alpensalamander aufgenommen. Ausführliches zum Schwarzen Alpensalamander bei: „Alpensalamander“, Wikipedia.

Foto 11: Matthias Nerenz (rechts) dankt Frau Grabitz
für den gelungenen Vortrag.
Mit regen Gesprächen klang der Abend dann aus.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik