Donnerstag, 14. Mai 2026

Siebentes Yu-Gi-Oh Fun-Turnier in Klingmühl – Niederlausitzer Begegnungen -

Spieltag in Klingmühl: Das 7. Yu-Gi-Oh!-Fun-Turnier


Am Samstag, den 2. Mai 2026, war es wieder so weit. In Klingmühl stand das siebte Yu-Gi-Oh!-Fun-Turnier auf dem Plan. Organisiert wurde es erneut vom Orga-Team des FYT, dem Finsterwalder Yu-Gi-Oh-Treff. Teilnehmer aus der gesamten Niederlausitz und aus Berlin waren wieder angereist. Aufgrund des Feiertags am Vortag hatten sich jedoch nur 14 Teilnehmer in der Gaststätte Griebner eingefunden. Zum Spielen gab es trotzdem genug.

Kurz nach 10:00 Uhr ging es nach einer kurzen Begrüßung durch Christopher Fehse und Jonas Liesche an die Auslosung der ersten Spielrunde. Diesmal wurde nicht in Teams gespielt, sondern im Einzelmodus. Kurz darauf herrschte an den Tischen im Saal, sachliches und konzentriertes Spielen.

Foto 1: Konzentriert am Spiel.
Das Spiel selber verlief wie immer unauffällig. Gespielt wurde dieses mal nach den Regeln „Sneak Peek mit alten Bustern“. Näheres zu den Spielregeln hier: yugioh.fandom.com

Max Griebner kümmerte sich um die Essensversorgung der Teilnehmer. Wie immer gewohnt professionell. Nach mittlerweile sieben Turnieren kennt man sich eben.

Foto 2: Yu-Gi-Oh am langen Tisch.
Gegen 15:45 Uhr war es so weit. Folgende Reihenfolge der Sieger hat sich im Turnier ergeben:

Platz 1: Manuel Neudeck

Foto 3: Manuel Neudeck mit dem Siegerpokal in den Händen.
Foto: Christopher Fehse.
Platz 2: Jan Amling

Platz 3: Niclas Tirok

Traditionell wurde auch wieder die Rote Laterne an den letzten Platz vergeben. Diese fiel an Maximilian Stecher.

Foto 4: Maximilian Stecher mit der Roten Laterne.
Foto: Christopher Fehse.
Zum Abschluss gab Christopher Fehse gleich den Termin für das nächste Turnier bekannt. Samstag den 21. November 2026, ebenfalls wieder in der Gaststätte Griebner. Gespielt wird im Highlander-Format.

Mit der Karten-Tauschbörse und natürlich Erfahrungsaustausch klang des Turnier aus.
-----------------------------------------------------
Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Natur des Jahres in Calau – Niederlausitzer Begegnungen -

Vortrag zur Natur des Jahres 2026 in Calau


Es klang schon interessant: „Vortrag über die Natur des Jahres“ in Calau. Vorgestellt werden sollten verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Eingeladen hatte der Heimatverein Calau e.V. am Dienstag, den 24. März 2026, in das Haus der Heimatgeschichte. Als Vortragende agierte die Gemeindepädagogin der ev. Kirche, Frau Undine Grabitz aus Kemmen.

Foto 1: Frau Grabitz beim Vortrag zur Natur des Jahres in Calau.
Eröffnet wurde der Abend vom Vorsitzenden des Calauer Heimatvereines, Matthias Nerenz.

Foto 2: Matthias Nerenz bei der Eröffnung des Abends.
In seiner kurzen Einführung würdigte er die Arbeit von Hans-Joachim Emmrich, Leiter der Arbeitsgruppe „Regionales Wasser“ im Heimatverein Calau, der bereits Anfang des Jahres einen Teil des Vortrags gehalten hatte. An diesem Abend konnte er jedoch nicht anwesend sein.

Der Vortrag bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teil wurden der Baum des Jahres, die Heilpflanze des Jahres, das Blattgemüse des Jahres und die Fledermaus des Jahres behandelt. Diesen Teil hatte Hans-Joachim Emmrich erarbeitet. Los ging es mit der Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe genannt.

Foto 3: Espe in voller Blüte.
Frau Grabitz sprach über die Einordnung in der Pflanzenwelt, ihr Vorkommen sowie ihre Wirkung in der Natur als Pionierpflanze für weitere Baumarten und natürlich darüber, was der Mensch aus ihrem Holz fertigte. Dazu ließ sie einige Beispiele herumgehen.

Foto 4: Sperrholzplattenreste aus Pappelholz.
Weiter ging es mit der Gemeinen Nachtkerze als Heilpflanze des Jahres 2026. Dieser im 17. Jahrhundert aus Nordamerika als Zierpflanze eingeschleppte Neophyt ist ein Gartenflüchtling und hat sich in Europa schnell ausgebreitet.

Foto 5: Foto der Gemeinen Nachtkerze.
Wer mehr darüber wissen möchte, findet bei Wikipedia unter „Gemeine Nachtkerze“ weitere Informationen.

Als Nächstes holte Frau Grabitz einen Korb unter dem Tisch hervor und präsentierte das Blattgemüse des Jahres: zur Überraschung einen Grünkohl, frisch aus dem Garten.

Foto 6: Gemüse auf den Tisch.
Nach dessen Vorstellung nahmen die Gespräche die Fahrt in Richtung Speiseplan und Zubereitung auf. Was in der Runde so an Rezeptideen aufkam, weckte beim Fotografen auch Appetit.

Der letzte Kandidat vor der Pause hat den lateinischen Namen „Nyctalus leisleri“ und ist auch in der Niederlausitz verbreitet. So gibt es in der Nähe von Buchwäldchen auch eine Heimstätte dieses lautlosen Seglers.

Nach der Fledermaus gab es eine kleine Pause – Gelegenheit, einmal nach dem Hintergrund der „Natur des Jahres“ zu fragen.

Es handelt sich um eine Idee aus dem Jahr 1971. Ein Vorläufer des NABU, der „Deutsche Bund für Vogelschutz“, kürte damals den Wanderfalken zum Vogel des Jahres. Ziel war es, die Bevölkerung in der alten Bundesrepublik für die Gefahren der Natur zu sensibilisieren. Daraus hat sich im Laufe der Zeit eine bundesweite Aktion mit vielen Akteuren entwickelt. Heute umfasst sie eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten. Eine Übersicht und kurze Geschichte kann man hier nachschlagen: „Natur des Jahres“, Wikipedia.

Im Zweiten Teil ging es um drei Tierarten. Vogel, Wildtier und Lurch des Jahres.

Foto 6: Präsentation zu Rebhuhn, Rothirsch und Alpensalamander.
Los ging es mit dem Rebhuhn. Es ist ein wildlebender Hühnervogel, Bodenbrüter und in Deutschland stark gefährdet, deshalb steht er auf der Roten Liste. Grund ist die intensive Landwirtschaft. Dafür hat der kleine Vogel es in Grimms Märchen geschafft, wie Frau Grabitz mit Hilfe einer kleinen Quizfrage erläutert: Nämlich als Speise für den König im Märchen „Der gestiefelte Kater“.

Foto 7: Frau Grabitz mit einem Märchenbuch.
Mehr zum Rebhuhn hier: Rebhuhn Wikipedia

Mit der nächsten Folie auf der Leinwand legte Frau Grabitz zwei Hirschgeweihe auf den Tisch. Es ging um den Rothirsch (Cervus elaphus) und seine Lebensbedingungen.

Foto 8: Ein Fünfender Hirschgeweih wandert über die Tische.
Das recht hohe Gewicht der beiden Geweihe sorgt im Publikum für allerlei Kommentarstoff. Auch in den Waldgebieten um Calau tritt der Rothirsch auf, was einige Anwesende mit ihren Begegnungen bestätigen. Mehr zum Rothirsch hier: „Rothirsch“, Wikipedia

Das letzte Tier des Jahres ist der schwarze Alpensalamander. Eine Tierart, die in der Umgebung Calaus nicht heimisch ist, sondern eher in den Mittel- und Hochgebirgen Südeuropas vorkommt.

Foto 9: Folie schwarzer Alpensalamander bei der Paarung.
Nach der Schilderung von Vorkommen, Lebensraum und Gefährdungsgrad hatte Frau Grabitz ein Video mitgebracht. Bei einer Wanderung im Dinarischen Gebirge hat sie durch Zufall das Paarungsverhalten der Alpensalamander aufgenommen. Ausführliches zum Schwarzen Alpensalamander bei: „Alpensalamander“, Wikipedia.

Foto 10: Matthias Nerenz (rechts) dankt Frau Grabitz
für den gelungenen Vortrag.
Mit regen Gesprächen klang der Abend dann aus.
-----------------------------------------------------
Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Wo stand Gröbitz vor 1650? – Niederlausitzer Erkundungen -

Ein Streifzug durch die Dorfgeschichte auf der Suche nach einem historischen Standort von Gröbitz


Fast jedes Dorf hat seine Geschichte. Nicht wenige haben auch ihre Geheimnisse - so auch Gröbitz. Eines davon befasst sich mit der Frage, wo Gröbitz in der Zeit vor 1650 einst lag. Der Klärung dieser Frage hatte sich Martin Ziegler, Ortschronist und Herausgeber der Sonnewalder Heimatblätter, in einer mehrjährigen akribischen Arbeit gewidmet. Am Samstag den 28. Februar 2026 präsentierte er nun der Dorfgemeinschaft und vielen Besuchern die Ergebnisse seiner Forschungen.

Foto 1: Martin Ziegler bei seinem Vortrag über die Ergebnisse seiner Forschungen.
In der ehemaligen Dorfschule Gröbitz, dem heutigen, hübsch hergerichteten Gemeindesaal, hatte Ortsvorsteher Eckhard Nadebohr alles gut vorbereiten lassen.

Foto 2: Der Gemeindesaal Gröbitz mit seinem hübschem Wandbild.
An einer der Seitenwände lagen Kopien mehrerer historischer Karten zur Anschauung bereit.

Foto 3: Norbert Zach, Ortschronist von Kleinkrausnik, beim fachmännischen Blick auf die ausgelegten historischen Karten.
Da die Resonanz auf die Einladung deutlich größer ausfiel als erwartet, war vor dem Beginn noch etwas Räumen erforderlich.

Foto 4: Nachträgliches Herbeischaffen von Tischen und Stühlen.
Foto 5: Dieter Babbe, ehemaliger LR-Redakteur und Mitglied des Redaktionsteams der „Sonnewalder Heimatblätter“, unter den Gästen.
Neben dem heutigen Standort soll sich Gröbitz verschiedenen Überlieferungen zufolge in historischen Zeiten an zwei weiteren Standorten befunden haben. Einer davon ist in Chroniken sowie auf historischen Karten und in Dokumenten gut belegt. Doch wo war der zweite? Und gab es ihn überhaupt?

Immer wieder tauchten dazu verschiedene Theorien auf. Manche, von Finsterwalder Heimatforschern befeuert, aber nicht plausibel belegt, geisterten durch die Bevölkerung. Andere Überlegungen schlossen einen zweiten historischen Standort schlicht aus. Konkrete archäologische Befunde für die jeweilige Theorie fehlten bislang. An diesem Abend sollte der Frage nun auf den Grund gegangen werden.

Foto 6: Voller Gemeindesaal, bis zum letzten Sitzplatz.
Vor 60 Teilnehmern eines breiten Altersspektrums begann Martin Ziegler eine Reise durch die Dorfgeschichte. Anhand eines gut strukturierten Ablaufplans führte er durch einen sehr interessanten Abend.

Foto 7: Ablaufplan des Vortrages von Martin Ziegler.
Als Einführung nutzte er den Beitrag des RBB-„Landschleichers“ vom Juni 1996. Darin ließ er den langjährigen Ortschronisten von Gröbitz, Harry Ruben, einen Abriss der Dorfgeschichte erzählen.

Foto 8: Beitrag des „Landschleichers“ über Gröbitz mit Harry Ruben vom 16. Juni 1996.
Wie der österreichische Philosoph und Schriftsteller Rudolf Steiner (1861–1925) in seiner Schrift „Wahrheit und Wissenschaft“ betonte, muss man Dinge von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten, um sich der Wahrheit zu nähern. Damit war Martin Ziegler in seinem Element.

Nur mit einem kleinen Zettel in der Hand beleuchtete er in den folgenden eineinhalb Stunden alle Aspekte seiner Forschungen – angefangen bei der Deutung der slawischen und deutschen Ortsnamen über die archäologischen Fundsituationen bis hin zu Rückschlüssen auf die historische Dorfform von Gröbitz.

Mit einer Übersicht verschiedener archäologischer Fundstellen in der Umgebung von Gröbitz warf Martin Ziegler einen tieferen Blick bis in prähistorische Zeiten. Nach dieser Befundlage war die Umgebung von Gröbitz für Lagerplätze und Besiedlung schon seit der mittleren Steinzeit eine beliebte Gegend.

Foto 9: Gespanntes Publikum.
Anschließend ging Martin Ziegler der Frage nach, welche Siedlungsverdachtsgebiete es um Gröbitz gibt und woher die These für einen weiteren Standort stammt.

Foto 10: Belegte und vermutete Siedlungsstandorte für Gröbitz. Verdachtsgebiet „A“ zeigte der vermuteten historischen Standort vor 1650.
Diese These stammt aus einer alten Schulchronik aus dem Jahr 1896. Darin weist der Lehrer Macht auf den Flurnamen „Altdorf“ hin, der sich am Ort des heutigen Spielplatzes am Kirchhainer Weg befunden haben soll. Nachfolgende Heimatforscher schlossen daraus, dass sich an dieser Stelle einst ein historisches Gröbitz befunden haben könnte. Martins Recherchen zeigten, dass der Flurname auf den Volksmund zurückzuführen ist. In der Liste der Flurnamen aus dem Jahr 1954 ist er jedoch nicht mehr enthalten.

Foto 11: Dorf-Form von Gröbitz im 17. Jahrhundert.
Er wertete die Flurnamen aus und analysierte die Bezüge zur natürlichen Umgebung, wie beispielsweise die Nähe zum Tanneberger Sumpfgebiet oder der historischen Salzstraße.

Mit harten Fakten ging es dann durch die Geschichte. In der ersten urkundlichen Erwähnung wurde Gröbitz 1418 von einem Herrn von Knobelsdorf gekauft. (Mehr zu der Familie von Knobelsdorf hier: Geschichte Familie Knobelsdorf) Von einer Neugründung wurde weder in der Urkunde noch sonst irgendwo gesprochen. Es musste also bereits vorher bestanden haben. Naheliegend ist, dass Gröbitz mit den übrigen deutschen Gründungen zwischen 1160 und 1265 entstand. Die beiden Varianten der niedersorbischen Ortsnamen „Grobice“ und „Grobicz“ sind zwar slawischen Ursprungs. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es eine slawische Vorgängersiedlung gegeben haben muss.

Natürlich spielten die Denk- und Verhaltensweisen der Menschen in der damaligen Zeit eine wichtige Rolle. Um das Leben der Menschen im ausgehenden Mittelalter zu veranschaulichen, gab er Einblicke in die Lebens- und Besitzverhältnisse in den Dörfern der Niederlausitz sowie in die Rolle von Kirche und Adel. Anhand von KI-generierten Bildern und einem Modellnachbau des historischen Gröbitz vor 1854 ermöglichte er lebendige Einblicke in das Leben der Menschen jener Zeit. Und das war nicht einfach.

Foto 12: Präsentation zu den Lebensverhältnissen im ausgehenden Mittelalter.
Im weiteren Verlauf des Abends wurde Gröbitz wiederholt von Seuchen, Kriegen und Bränden heimgesucht. Mehrfach verlor das Dorf einen erheblichen Teil seiner Bewohner. So starben 1584 49 von etwa 115 bis 125 Einwohnern an der Pest. Schlimme Jahre waren auch 1626, 1637, 1642 und 1644 – also die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Für diese Jahre ließen sich keine Aufzeichnungen finden. Doch all diese Ereignisse führten nicht zum Erlöschen des Ortes, wie Martin anhand von Berichten und Auswertungen von Kirchenbüchern belegen konnte. Selbst als der Ort 1854 fast komplett abbrannte, fiel Gröbitz nie wüst. Trotz erheblicher Bevölkerungsverluste bestand es weiter.

Foto 13: Brand des Dorfes Gröbitz 1854.
Die Auswertung des digitalen Geländemodells für Gröbitz ergab für den alten Ortskern vor dem letzten Brand 1854 eine erhebliche Bodenunruhe, wie sie für ehemalige Siedlungsgebiete typisch ist. Hinweise, die im Verdachtsgebiet „A“ jedoch komplett fehlten.

Es wurde auch eine Reise durch Quellen und die Archive Ostdeutschlands, eine Reise die ihn bis nach Prag führte. Letzteres hat seinen Grund. Gehörte die Niederlausitz doch lange Zeit zum Königreich Böhmen. Folglich lagerten auch dort Unterlagen über das Dorf. Und die Tschechen waren dabei sehr hilfsbereit.

Weiter ging es mit einer Sichtung historischer Kartenwerke, insbesondere aus der Zeit vor 1650. Wichtigstes Dokument dabei war das Kartenwerk der ersten sächsischen Landesvermessung zwischen 1589 und 1607. Zu dieser Zeit gehörte die Niederlausitz bereits zum Kurfürstentum Sachsen. Kurfürst Christian I. wünschte ein ordentliches Kartenwerk seines Staates. Auf insgesamt 17 colorierten Blättern entstand das Oeder-Zimmermannsche Kartenwerk.

Foto 14: Auszug aus der ersten sächsischen Landesvermessung, der Oeder-Zimmermannsche Karte für das Amt Finsterwalde.
Im sächsischen Staatsarchiv in Dresden stieß Martin Ziegler auf einen bemerkenswerten Fund: eine Handskizze des Amtes Finsterwalde, vermutlich erstellt in der Zeit zwischen 1593 und 1598. Sie diente als Grundlage für die Oeder-Zimmermannsche Karte.

Foto 15: Handskizze des Amtes Finsterwalde, vermutlich aus der Zeit um 1594.
Auch krumme Wege führen zum Ziel. Das gilt auch für Recherchen. So beschwerte sich 1598 der Graf zu Solms über die Vermessungsarbeiten im Amt Finsterwalde und auf seinem Territorium. Seine Beschwerde ermöglichte Martin Ziegler die zeitliche Eingrenzung der Handskizze auf den oben genannten Zeitraum. Doch auch diese älteste bekannte Karte erbrachte keine neuen Erkenntnisse zum Standort „A“ oder anderen Stellen. Stattdessen zeigte eine Prüfung durch einen Vermessungsingenieur die hohe Genauigkeit des Kartenwerks, und Irrtümer konnten ausgeschlossen werden.

Einen weiteren Ansatz verfolgte Martin Ziegler mit dem Vorwerk an der Straße zwischen Gröbitz und Finsterwalde. Dieses wurde vom Amt Finsterwalde vermutlich Mitte der 1650er Jahre aus fünf wüsten Bauernhöfen gebildet, brannte jedoch im Jahr 1678 ab. Um 1678/79 wurde es von Finsterwalde wieder aufgelöst.

Die Einrichtung eines solchen Vorwerks ist ein Beleg dafür, dass Gröbitz nicht langfristig unter dem Dreißigjährigen Krieg litt und sich historisch stets (bis 1854) in der Dorflage B befand. Doch wie sich herausstellte, führte auch dieser Ansatz zu keiner verwertbaren Spur.

Nach und nach zeichnete sich an diesem Abend folgendes Bild ab: Die Quellenlagen, die für einen zweiten, älteren historischen Standort von Gröbitz sprechen, sind sehr dünn. Archäologische Fundstücke aus dem fraglichen Bereich „A“ (siehe Foto 10) belegen nicht, dass sich dort längere Zeit Gebäude befanden. Selbst die im Staatsarchiv Dresden gefundene Originalhandskizze des Amtes Finsterwalde mit Gröbitz liefert keinerlei Hinweise. Auch alle weiteren behandelten Aspekte der fünfjährigen Forschungsarbeit führten zu keinem brauchbaren Befund für einen älteren Standort am Kirchhainer Weg oder anderswo.

Am Schluss seines Vortrags stellte Martin Ziegler eine tabellarische Gesamtbetrachtung vor. Diese lässt keinen plausiblen Schluss auf einen älteren, zweiten historischen Standort von Gröbitz plausibel erscheinen.

Foto 16: Tabellarische Übersicht mit der Gegenüberstellung der Forschungsergebnisse zur Lage des Ortes vor 1650.
Auf Nachfrage aus dem Publikum stellte sich für diese Forschungsarbeit ein Zeitaufwand von etwa 700 bis 1.000 Stunden heraus. Das ist viel Zeit. Natürlich war es nicht möglich, sich die Vielzahl an historischen Fakten und Umständen zu merken. Folglich wird es weitere Publikationen dazu geben, beispielsweise im Finsterwalder Speicher und zu einzelnen Aspekten des Vortrags in den Sonnewalder Heimatblättern.

Foto 17: Fragen aus dem Publikum.
Martin Ziegler stellte jedoch auch klar: Die Geschichte von Gröbitz ist noch lange nicht ausgeforscht. Es gibt immer etwas zu entdecken, und er beabsichtigt, dran zu bleiben. Folglich wird es auch Fortsetzungen des Vortrags geben.

Nach einem anhaltenden Beifall dankte Ortsvorsteher Eckhard Nadebohr Martin für den Vortrag.

Foto 18: Ortsvorsteher Eckhard Nadebohr bei seinem Dank an Martin Ziegler.
Längst war es draußen dunkel geworden. Bei Bockwurst, Wiener Würstchen und Getränken entspann sich ein langer Abend mit zahlreichen interessanten Gesprächen.

Foto 19: Rege Gespräche nach dem Vortrag.
Es gab auch weitere Literatur zu historischen Themen zu sehen. Auf einem Tisch hatte die Kunsthistorikerin Sybille Schulz aus Großbahren Bücher zur Einsicht bereitgelegt.

Foto 20: Literatur zu historischen Themen.
Es wurde viel später als geplant, und die Bearbeitung der Fotos musste auf die kommenden Tage verschoben werden.

An dieser Stelle noch einmal Dank an den Ortsvorsteher Herrn Nadebohr, dass der Fotograf auch einen Sitzplatz bekam.
-----------------------------------------------------

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Donnerstag, 16. April 2026

Heimatabend in Großbahren – Niederlausitzer Begegnungen -

Die Themen: Alte Flurnamen der Dörfer Dabern, Großbahren, Kleinbahren, historische Mühlen und Arbeit des Fördervereins Museum und Schlossareal Sonnewalde e. V.


Der Einladung des Ortsvereines „Grüne Eiche Großbahren e. V.“, zu einem Heimatabend über alten Flurnamen der drei Dörfer waren fast 30 Teilnehmer gefolgt. Und warum nicht mal solchen historischen Bezeichnungen auf den Grund gehen? Diese Aufgabe übernahm am Freitag, dem 10. April 2026, der Referent Norbert Zach.

Foto 1: Norbert Zach bei seinen Ausführungen auf dem Heimatabend im Lindenkrug Großbahren.

Als Organisator des Dorfmuseums in Kleinkrausnik beschäftigt er sich seit 2015 ausführlich mit diesem Thema.

In der Gaststätte „Lindenkrug“ in Großbahren war alles sorgfältig vorbereitet. Entlang zweier Saalwände lagen Separationskarten und weitere Dokumente zu den drei Dörfern aus. Die Zuordnung der Flurnamen war auf großen Listen ersichtlich. Schon vor Beginn weckte dies reges Interesse bei den Teilnehmern.

Foto 2: Teilnehmer beim Studium der ausgelegten Separationskarten und historischen Dokumente.
Mit einer kurzen Einführung durch Bernd Lehmann, den Vorsitzenden des Ortsvereins, begann der Heimatabend.

Foto 3: Bernd Lehmann bei der Vorstellung von Norbert Zach und der Einführung zum Heimatabend.

Als Erstes stellte Norbert Zach die Arbeit des Fördervereins vor.

Foto 4: Vorstellung der Arbeit des Fördervereins.

Ziel ist es, den umliegenden Dörfern in der Stadt Sonnewalde eine Möglichkeit zu geben, sich vorzustellen und damit natürlich eine individuelle Stimme in der Amtsgemeinde zu erhalten. Anhand der bereits stattgefundenen Ausstellungen zu Kleinkrausnik und der noch laufenden zu Friedersdorf erläuterte Norbert die Möglichkeiten. Was ist dafür nötig? Welche Ausstellungsstücke sind sinnvoll? Welche Art von Dokumenten, Fotos und Gegenständen können interessant sein?

Foto 5: Beispiele, welche Dinge für eine Ausstellung interessant sein können.

In der nächsten halben Stunde stellte sich heraus, dass es gar nicht so wenige sind. Der Förderverein stellt einen Raum zur Verfügung und unterstützt bei der Gestaltung.

In der Pause zeigte Bernd Lehmann noch den Ort der ehemaligen Windmühle in Großdabern.

Foto 6: Bernd Lehmann beim zeigen des Standortes der ehemaligen Windmühle Großbahren.

Anschließend hielt er ein seltsames zerbrochenes eisernes Metallteil hoch und überraschte die Teilnehmer mit der Frage nach dessen Zweck. Das es sich um ein Teil der Mechanik einer Windmühle handelte, wurde vom Publikum schnell erkannt, eine genaue Bezeichnung aber nicht. So löste er das Rätsel mit Hilfe eines Fotos der Mechanik einer Bockwindmühle auf. Ein Bunkler oder auch Korbrad genannt. Es liegt am Kammrad der Flügelwelle einer Bockwindmühle an und übertrug die Windkraft auf das Mahlwerk. Aufgrund der Abnutzung und des Bruchs wurden die Kräfte deutlich welche auf die Mechanik einer Mühle wirkten.

Foto 7: Bernd Lehmann mit dem zerbrochenem Teil eines Bunkler (Korbrad).

Foto 8: Position und Funktion eines Korbrades in der Mühlenmechanik.

Unter den Gästen war auch Martin Ziegler, Verleger der Sonnewalder Heimatblätter. Er hatte aktuelle Hefte sowie den Schlossparkführer ausgelegt. Prompt wechselten einige Hefte den Besitzer.

Foto 9: Sonnewalder Heimatblätter und Schlossparkführer.

Foto 10: Martin Ziegler im Gespräch mit dem Freizeit-Historiker Bernd Jühnichen aus Münchhausen.

Einige Teilnehmer hatten eigene historische Unterlagen mitgebracht. Das sorgte bereits in der Pause für regen Austausch untereinander.

Foto 11: Teilnehmer bei Gesprächen über mitgebrachte historische Dokumente.

Beim nächsten Thema spürte man, Norbert Zach ist in seinem Element. Es begann eine Reise durch die Zeit von der Entstehung der Flurnamen, Slawischer wie später Deutscher, ihrer Bedeutung und damit wurde der Zweck klar. Genaue Ortsbestimmung im Gelände.

Foto 12: Norbert Zach mit seinem Wissen aus dem Gedächtnis zu Quellen, Geschichte und Zweck der Flurnamen.

Namen bekannter Historiker wie Mucke, Lehmann, Wenzel und Eichler fielen. Natürlich auch der des Landrates von Manteufel, der mit Hilfe von Fragebögen Flurnahmen von Dorfschullehrern Bürgermeistern, Bürgern etc. erfassen ließ. Doch er war nicht der Einzige, der systematisch vor ging. Immer wieder gab es Heimatforscher und Gelehrte die sich mit diesem Thema befassten. Schnell erwies sich, von Sagen, Mythen angefangen über historische Kartenwerke, Mutterrollen, Flurbücher, Ortschroniken, Förster, Bauern und Agrargenossenschaften bis hin zu Schulchroniken und Schüleraufsätzen. Die Quellen sind sehr vielfältig. Ihre Nutzung zeugte von der geistigen Geschicklichkeit vergangener Historiker und Heimatforscher.


Foto 13: Folie „Was sind Flurnamen“.

Foto 14: Gespanntes Publikum in Großbahren.

Clevere Lehrerer-Idee: Selbst über Schüleraufsätze wurden historische Flurnamen erfasst und nach ihrer Bedeutung gesucht.

Foto 15: Norbert Zach Norbert zeigte den Aufsatz eines Schülers der über die „Koblicke“ in Dabern berichtete.

Auch das Katasteramt des Landkreises Elbe-Elster stellte sich als große Hilfe heraus. Mit seiner freundlichen Genehmigung war die Einsicht in verschiedene Unterlagen möglich, betont er.

Eine Dreiviertelstunde später ging es um das Verschwinden der Flurnamen aus den Kartenwerken. Der einfache Grund: Wegen neuer Messtechniken verlieren sie in den letzten Jahrzehnten schlicht ihren Zweck, nämlich die genaue Ortsbestimmung eines Fleckens Erde im Raum. Norbert Zach verband diese Feststellung mit der Aufforderung an das Publikum, die von ihm an der Wand präsentierten Listen der Flurnamen der drei Dörfer zu ergänzen oder auf mögliche Fehler hinzuweisen.

Foto 16: Gemeinsames Durchgehen der Listen historischer Flurnamen der drei Dörfer.

Es entspannte sich ein interessantes Zuordnen der Flurnamen. Fließend mündete die Veranstaltung in eine rege Diskussion.

Foto 17: Rege Diskussion zwischen Teilnehmern und Referenten.

Weiter ging es mit dem Thema Geschichte der Mühlen in den drei Ortschaften. Im Fokus standen die Anzahl, die Standorte und – soweit Informationen darüber vorlagen – deren Besitzer.

Foto 18: Mühlen in Großbahren und deren Besitzer.

Angeregt durch den Vortrag fanden die ausgelegten Separationskarten, Listen und Dokumente im Saal reges Interesse. Noch lange nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zur Sichtung der Unterlagen ihrer Dörfer.

Foto 19: Teilnehmer beim Studium der ausgelegten Unterlagen.

Foto 20: Ausgelegte Flurkarte und Flurnamensliste für Großbahren.

Ein bisschen Werbung für die Ortschronik Großbahren gab es auch. Eine Mitarbeiterin der Gaststätte „Lindenkrug“ präsentierte ein Exemplar.

Foto 21: Dem Fotografen mit Charme präsentiert, die Ortschronik Großbahren zur 750-Jahrfeier.

Erst nach 22:00 Uhr verließen die letzten Gäste den Saal. Ein gelungener Abend der wohl eine Fortsetzung bekommen soll.
-----------------------------------------------------
Weiterführende Links:

Flurnamen Wikipedia

-----------------------------------------------------
Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik