Fotografischer Streifzug durch die Niederung der Wobert
Im Frühsommer bietet die Niederlausitz oft schöne landschaftliche Ansichten. Frisches Grün bedeckt noch weithin die Landschaft. So auch rund um Hennersdorf bei Doberlug-Kirchhain. Geologische Gründe führten mich in die Niederung nördlich vom Dorf. Dabei stellte sich heraus, dass diese Niederung entlang der Wobert, einem der Nebenflüsse der Kleinen Elster, ihre ganz eigenen fotografischen Reize hat. Einige davon möchte ich vorstellen.
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| Foto 1: Blick vom Ortsausgang Hennersdorf über die Getreidefelder in der Niederung der Wobert. Im Hintergrund, im Wald rechts, der Hirseberg. |
Streift man entlang der Sonnenstraße, die Hennersdorf und Münchhausen verbindet, durchquert man automatisch die etwa 800 Meter breite Niederung der Wobert.
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| Karte 1: Auszug aus dem Messtischblatt 4347 aus dem Jahr 1904 mit dem Verlauf der Wobert. Quelle: OpenStreetMap (Experimental: Leaflet Tree Control) |
Warum dieses kleine Flüsschen seit der Wende auf modernen Karten seinen Namen verloren hat und in „Fichtegraben“ umbenannt wurde, konnte bisher niemand richtig erklären. Sehr kurios: Lediglich ein winziger Abschnitt als Verbindungsgraben zum Fulgens Graben bei Kirchhain hat noch seinen historischen Namen behalten.
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| Karte 2: Ausschnitt aus der Landesaufnahme des Landes Brandenburg mit dem Verbindungsgraben „Wobert“ zwischen Fichtegraben und Fulgens Graben östlich von Kirchhain. |
Ihre Quellen hat die Wobert in den beiden nacheiszeitlichen Kesseln südlich der Widderberge in der Münchhausener Heide. Nicht weit von Finsterwalde. Nach ihrem langen Weg durch die Hennersdorfer Stauchmoräne bekommt sie in der Ebene vor Kirchhain noch etwas Zufluss aus Seitengräben. In Kirchhain mündet der kleine Fluss über den Fulgens Graben unterirdisch am Hagwall in die Kleine Elster. Doch zurück zur Landschaft: In einem Seitenweg kurz hinter dem Ortsausgang fällt ein einzelner blühender Holunderstrauch auf, der sich an einen alten Blechcontainer lehnt.
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| Foto 2: Schönes Frühsommer-Motiv mit Holunderstrauch, Traktorrad und Blechcontainer. |
Gleich nebenan befinden sich große Stapel vergessener Holzpaletten. Längst haben die Brombeeren deren Eroberung übernommen. Hinter den Stapeln öffnet sich der weite Blick Richtung Osten.
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| Foto 3: Wirkt wie ein mächtiges, vergessenes, mystisches Holztor. |
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| Foto 4: Fast geht die Niederung der Wobert in der bewaldeten Landschaft unter. Lediglich eine kleine Delle im Waldgebiet im Hintergrund (Bildmitte) kennzeichnet den Verlauf der Niederung in den Wäldern. |
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| Foto 5: Schönes frühsommerliches Motiv. Über der Münchhausener Heide tummeln sich Wolken in verschiedenen Grautönen von Grau bis Weiß. |
Ein schwarzer Vogel entschloss sich, den Fotografen näher zu betrachten. Neugierig umkreiste er über mir. Dabei leuchteten wiederholt seine Flügelfedern in der Sonne auf.
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| Foto 6: Schwarzer Vogel am Himmel über der Niederung. |
Auf dem Rückweg zur Sonnenstraße fiel mir die Musterung des Holzes einiger Paletten auf. Äste in den Brettern hatten sich durch die Verwitterung gelb verfärbt. Das mittlerweile mildere Spätnachmittagslicht tat sein Übriges.
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| Foto 7: Holzmuster mit intensiver Färbung. |
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| Foto 8: Ast gelb verfärbt. |
Ein Stück weiter auf der Sonnenstraße unterquert ein trocken gefallener Graben die Straße. Eine kurze Baumreihe hat sich dort entwickelt. Sie trennt nach links eine flache Bodenwelle ab, die im Getreide kaum auf fiel. Sie trägt den interessanten Flurnamen „Das Schölchen“, der in der Niederlausitz ein kleines, feuchtes oder ausgewaschenes Gelände bezeichnet, also eher eine Senke. Zumindest auf der Karte der Feldmark Hennersdorf von 1851 taucht der Flurname bereits auf. Er ist in Hennersdorf also schon sehr lange in Gebrauch.
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| Foto 9: Hübscher Anblick. Die Flur "Das Schölchen". |
Ein paar hundert Meter weiter, mitten im Frühsommer, blühte eine einzelne Heckenrose in einer sonst blütenlosen Hecke wilder Rosen. Just in dem Moment der Begegnung fand ein einzelner Sonnenstrahl durch das hier dichte Blätterdach seinen Weg exakt auf die Blüte. Da können fast Zweifel am Zufall aufkommen.
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| Foto 10: Einzelne Blüte einer Heckenrose im sonst blütenlosen Schatten. |
Noch ein paar Schritte weiter die Wobert. Mitten im Feld verläuft ein langgestreckter Graben. Trotz des jahrelangen Wasserdefizits in der Niederlausitz führte sie Wasser.
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Foto 11: Hennersdorfs kleiner, vergessener Fluss, die Wobert. |
Sieht man sich das Geländeprofil der Wobert-Niederung an, wird klar, weshalb sie trotz jahrelanger Trockenheit noch Wasser führt. Sie liegt am tiefsten im Verhältnis zur übrigen Hennersdorfer Stauchmoräne und reicht weit in die Stauchmoräne hinein, bis kurz vor Finsterwalde. Sie hat also ein recht großes Einzugsgebiet. Doch dazu später einmal mehr.
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| Karte 3: Profil der Wobert-Niederung östlich der Sonnenstraße nach Münchhausen. |
Kurze Zeit später betritt ein anderer Akteur das Gelände an der Wobert, ein Rehbock.
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| Foto 12: Rehbock am Uferweg der Wobert. |
Selbst vom sich nähernden Fotografen lässt er sich nicht stören. Also lasse ich ihn in Ruhe und bleibe auf Distanz.
Knapp 150 Meter weiter steigt das Gelände um einige Meter an. Hier beginnt der Wald der Münchhausener Heide. An seinem Rand befindet sich ein Aussichtspunkt mit schönem Blick über die Niederung der Wobert.
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| Foto 13: Zwischen den Bäumen bietet sich ein reizvoller Durchblick in die weite Landschaft der Wobert-Niederung. |
Auf dem nächsten Foto zeichnet sich ein geografisches Detail ab. Die Baumreihe kennzeichnet den Verlauf der Wobert. Beim genauen Hinsehen wird der flache, aber breite Einschnitt, den der kleine Fluss seit der Saale-2-Eiszeit in die Stauchmoräne geschnitten hat, erkennbar.
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| Foto 14: Landschaft entlang der Wobert Richtung Osten. Mittig der sanfte Einschnitt in der Landschaft. |
Für diese Arbeit nahm sich der kleine Fluss ca. 126.000 Jahre Zeit. Entstanden ist eine schöne Niederung mit typisch niederlausitzer Flachlandflair.
Auf der gegenüberliegenden Seit ragt wie eine alte Burg das Silo des MKK-Kieswerks aus dem Wald. Ein interessante Kontrast.
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| Foto 15: Silo des MKK Kieswerkes überragt die Landschaft. |
Auf der glazialen Hochfläche der Münchhausener Heide angekommen, bietet sich noch ein Rückblick in Richtung Hennersdorf an.
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| Foto 16: Verstecktes Hennersdorf. |
Damit war es Zeit zur Rückkehr an den heimischen Computer zur Bearbeitung der Fotos. Was bleibt, ist der Eindruck, dass Hennersdorf nicht nur aus Bergbau und Wald besteht. Ein Dorf, das mit seinem fast vergessenen kleinen Fluss über eine reizvolle Landschaft verfügt und somit eine Einladung zu einem Spaziergang bietet. Dafür gibt es einen inoffiziellen Rundweg. Start ist in Hennersdorf am Wegestern. Der Sonnenstraße Richtung Münchhausen bis zur Wobert folgen. Weiter geht es rechts auf dem Feldweg entlang des Grabens. Es folgen zwei Brücken. An der zweiten Brücke den kleinen Fluss überqueren und Richtung Süden durch die Felder bis zum Waldrand gehen. Es geht leicht bergauf. Am Waldrand angekommen, rechts halten und dem Weg in Richtung Ortskern weitergehen. Teilweise geht es durch ein kleines Waldstück. Nach knapp einem Kilometer erreicht man den „Waldweg“, der bis zur ehemaligen Gaststätte Hennersdorf führt. In Sichtweite trifft man dort wieder auf den Ausgangspunkt, den Wegestern am markanten Gemeindehaus mit Glockenturm.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik
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