Montag, 27. Juli 2026

Hennersdorfer Ansichten und ein fast vergessener kleiner Fluss – Niederlausitzer Entdeckungen -

Fotografischer Streifzug durch die Niederung der Wobert


Im Frühsommer bietet die Niederlausitz oft schöne landschaftliche Ansichten. Frisches Grün bedeckt noch weithin die Landschaft. So auch rund um Hennersdorf bei Doberlug-Kirchhain. Geologische Gründe führten mich in die Niederung nördlich vom Dorf. Dabei stellte sich heraus, dass diese Niederung entlang der Wobert, einem der Nebenflüsse der Kleinen Elster, ihre ganz eigenen fotografischen Reize hat. Einige davon möchte ich vorstellen.

Foto 1: Blick vom Ortsausgang Hennersdorf über die Getreidefelder in der Niederung der Wobert. Im Hintergrund, im Wald rechts, der Hirseberg.
Streift man entlang der Sonnenstraße, die Hennersdorf und Münchhausen verbindet, durchquert man automatisch die etwa 800 Meter breite Niederung der Wobert.

Karte 1: Auszug aus dem Messtischblatt 4347 aus dem Jahr 1904 mit dem Verlauf der Wobert. Quelle: OpenStreetMap (Experimental: Leaflet Tree Control)
Warum dieses kleine Flüsschen seit der Wende auf modernen Karten seinen Namen verloren hat und in „Fichtegraben“ umbenannt wurde, konnte bisher niemand richtig erklären. Sehr kurios: Lediglich ein winziger Abschnitt als Verbindungsgraben zum Fulgens Graben bei Kirchhain hat noch seinen historischen Namen behalten.

Karte 2: Ausschnitt aus der Landesaufnahme des Landes Brandenburg mit dem Verbindungsgraben „Wobert“ zwischen Fichtegraben und Fulgens Graben östlich von Kirchhain.
Ihre Quellen hat die Wobert in den beiden nacheiszeitlichen Kesseln südlich der Widderberge in der Münchhausener Heide. Nicht weit von Finsterwalde. Nach ihrem langen Weg durch die Hennersdorfer Stauchmoräne bekommt sie in der Ebene vor Kirchhain noch etwas Zufluss aus Seitengräben. In Kirchhain mündet der kleine Fluss über den Fulgens Graben unterirdisch am Hagwall in die Kleine Elster. Doch zurück zur Landschaft: In einem Seitenweg kurz hinter dem Ortsausgang fällt ein einzelner blühender Holunderstrauch auf, der sich an einen alten Blechcontainer lehnt.

Foto 2: Schönes Frühsommer-Motiv mit Holunderstrauch, Traktorrad und Blechcontainer.
Gleich nebenan befinden sich große Stapel vergessener Holzpaletten. Längst haben die Brombeeren deren Eroberung übernommen. Hinter den Stapeln öffnet sich der weite Blick Richtung Osten.

Foto 3: Wirkt wie ein mächtiges, vergessenes, mystisches Holztor.
Foto 4: Fast geht die Niederung der Wobert in der bewaldeten Landschaft unter. Lediglich eine kleine Delle im Waldgebiet im Hintergrund (Bildmitte) kennzeichnet den Verlauf der Niederung in den Wäldern.
Foto 5: Schönes frühsommerliches Motiv. Über der Münchhausener Heide tummeln sich Wolken in verschiedenen Grautönen von Grau bis Weiß.
Ein schwarzer Vogel entschloss sich, den Fotografen näher zu betrachten. Neugierig umkreiste er über mir. Dabei leuchteten wiederholt seine Flügelfedern in der Sonne auf.

Foto 6: Schwarzer Vogel am Himmel über der Niederung.
Auf dem Rückweg zur Sonnenstraße fiel mir die Musterung des Holzes einiger Paletten auf. Äste in den Brettern hatten sich durch die Verwitterung gelb verfärbt. Das mittlerweile mildere Spätnachmittagslicht tat sein Übriges.
Foto 7: Holzmuster mit intensiver Färbung.
Foto 8: Ast gelb verfärbt.
Ein Stück weiter auf der Sonnenstraße unterquert ein trocken gefallener Graben die Straße. Eine kurze Baumreihe hat sich dort entwickelt. Sie trennt nach links eine flache Bodenwelle ab, die im Getreide kaum auf fiel. Sie trägt den interessanten Flurnamen „Das Schölchen“, der in der Niederlausitz ein kleines, feuchtes oder ausgewaschenes Gelände bezeichnet, also eher eine Senke. Zumindest auf der Karte der Feldmark Hennersdorf von 1851 taucht der Flurname bereits auf. Er ist in Hennersdorf also schon sehr lange in Gebrauch.

Foto 9: Hübscher Anblick. Die Flur "Das Schölchen".
Ein paar hundert Meter weiter, mitten im Frühsommer, blühte eine einzelne Heckenrose in einer sonst blütenlosen Hecke wilder Rosen. Just in dem Moment der Begegnung fand ein einzelner Sonnenstrahl durch das hier dichte Blätterdach seinen Weg exakt auf die Blüte. Da können fast Zweifel am Zufall aufkommen.

Foto 10: Einzelne Blüte einer Heckenrose im sonst blütenlosen Schatten.
Noch ein paar Schritte weiter die Wobert. Mitten im Feld verläuft ein langgestreckter Graben. Trotz des jahrelangen Wasserdefizits in der Niederlausitz führte sie Wasser.

Foto 11: Hennersdorfs kleiner, vergessener Fluss,
die Wobert.
Sieht man sich das Geländeprofil der Wobert-Niederung an, wird klar, weshalb sie trotz jahrelanger Trockenheit noch Wasser führt. Sie liegt am tiefsten im Verhältnis zur übrigen Hennersdorfer Stauchmoräne und reicht weit in die Stauchmoräne hinein, bis kurz vor Finsterwalde. Sie hat also ein recht großes Einzugsgebiet. Doch dazu später einmal mehr.

Karte 3: Profil der Wobert-Niederung östlich der Sonnenstraße nach Münchhausen.
Kurze Zeit später betritt ein anderer Akteur das Gelände an der Wobert, ein Rehbock.

Foto 12: Rehbock am Uferweg der Wobert.
Selbst vom sich nähernden Fotografen lässt er sich nicht stören. Also lasse ich ihn in Ruhe und bleibe auf Distanz.

Knapp 150 Meter weiter steigt das Gelände um einige Meter an. Hier beginnt der Wald der Münchhausener Heide. An seinem Rand befindet sich ein Aussichtspunkt mit schönem Blick über die Niederung der Wobert.

Foto 13: Zwischen den Bäumen bietet sich ein reizvoller Durchblick in die weite Landschaft der Wobert-Niederung.
Auf dem nächsten Foto zeichnet sich ein geografisches Detail ab. Die Baumreihe kennzeichnet den Verlauf der Wobert. Beim genauen Hinsehen wird der flache, aber breite Einschnitt, den der kleine Fluss seit der Saale-2-Eiszeit in die Stauchmoräne geschnitten hat, erkennbar.

Foto 14: Landschaft entlang der Wobert Richtung Osten. Mittig der sanfte Einschnitt in der Landschaft.
Für diese Arbeit nahm sich der kleine Fluss ca. 126.000 Jahre Zeit. Entstanden ist eine schöne Niederung mit typisch niederlausitzer Flachlandflair.

Auf der gegenüberliegenden Seit ragt wie eine alte Burg das Siebanlage des ehemaligen Hebel-Werkes aus dem Wald. Ein interessante Kontrast.

Foto 15: Siebanlage des ehemaligen Hebel-Werkes überragt die Landschaft.
Auf der glazialen Hochfläche der Münchhausener Heide angekommen, bietet sich noch ein Rückblick in Richtung Hennersdorf an.
Foto 16: Verstecktes Hennersdorf.
Damit war es Zeit zur Rückkehr an den heimischen Computer zur Bearbeitung der Fotos. Was bleibt, ist der Eindruck, dass Hennersdorf nicht nur aus Bergbau und Wald besteht. Ein Dorf, das mit seinem fast vergessenen kleinen Fluss über eine reizvolle Landschaft verfügt und somit eine Einladung zu einem Spaziergang bietet. Dafür gibt es einen inoffiziellen Rundweg. Start ist in Hennersdorf am Wegestern. Der Sonnenstraße Richtung Münchhausen bis zur Wobert folgen. Weiter geht es rechts auf dem Feldweg entlang des Grabens. Es folgen zwei Brücken. An der zweiten Brücke den kleinen Fluss überqueren und Richtung Süden durch die Felder bis zum Waldrand gehen. Es geht leicht bergauf. Am Waldrand angekommen, rechts halten und dem Weg in Richtung Ortskern weitergehen. Teilweise geht es durch ein kleines Waldstück. Nach knapp einem Kilometer erreicht man den „Waldweg“, der bis zur ehemaligen Gaststätte Hennersdorf führt. In Sichtweite trifft man dort wieder auf den Ausgangspunkt, den Wegestern am markanten Gemeindehaus mit Glockenturm.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Dienstag, 21. Juli 2026

Wiedereröffnung der Sparda-Bank Filiale in Falkenberg /Elster - Niederlausitzer Begegnungen -

Am 11. Juni 2026, 10:00 Uhr war es endlich so weit. Exakt 500 Tage nach einer Automatensprengung Ende Januar 2025, konnte die damals schwer beschädigte Sparda-Bank Filiale in Falkenberg, wiedereröffnet werden.

Foto 1: Mit einem "Herzlich Willkommen" und dem Motto "Falkenberg bewegt" werden die Kunden in der neu gestalteten  Sparda-Bank Filiale begrüßt.

Foto 2: Wiedereröffnung der Sparda-Bank Filiale Falkenberg /Elster am 11. Juni 2026.
Die Freude über die Wiedereröffnung sah man Frau Handschack, der Marktleiterin der Filiale in Falkenberg /Elster, sichtlich an. Vor über 40 Gästen, Kunden und Besuchern schilderte sie die Entwicklung seit der Explosion in der Nacht des 27. Januar 2025. Nach der Automatensprengung war der Standort zunächst nicht nutzbar. Von Beginn an stand fest, trotz der massiven Schäden soll die Filiale weiter bestehen bleiben. Bei der Sparda-Bank Berlin e. G. sieht man weiterhin Potential für den Standort Falkenberg, im Landkreis Elbe-Elster und darüber hinaus. Stellt doch diese Filiale in Falkenberg /Elster zwischen den nächsten Standorten in Riesa, Leipzig, Berlin und Cottbus einen zentralen Punkt dar. Mitglied des Vorstandes der Sparda-Bank Berlin, Rolf Huxell, unterstützte das noch mal in seinen Ausführungen.

Foto 3: Katja Handschack, Marktleiterin der Filiale in Falkenberg und Rolf Huxoll, Mitglied des Vorstandes der Sparda-Bank Berlin e. G. bei der Wiedereröffnung.
Nach der Automatensprengung 2025 organisierte das Team der  Sparda-Bank kurzfristig den Kundenservice in benachbarten Räumlichkeiten des Gewerbeobjektes Friedrich-List Straße und sicherte so den Kundenbetrieb. Die Bargeldversorgung übernahm als Partnerbank die Raiffeisen-Filiale in Falkenberg. Doch zunächst gab es erst mal Schwierigkeiten. Bei der Sprengung hatten sich Deckenträger des Gebäudes aus der Verankerung gelöst. Folglich musste erst ein Statik-Gutachten klären ob und wie ein Wiederaufbau erfolgen kann. Das erklärt auch die Dauer bis zum Baubeginn Anfang Januar 2026, wie Frau Handschack ausführte.

Foto 4: Gespanntes Publikum aus Kunden, Gästen, Partnern und Mitarbeitern der Sparda-Bank Filiale Falkenberg /Elster.
Bereits zur Weihnachtsfeier der Falkenberger Eisenbahner, Mitte Dezember 2025, ging ein Raunen durch die Reihen als bekannt wurde, dass ab Januar 2026 mit dem Wiederaufbau begonnen werden soll. Es war dann auch der Hinweis der Falkenberger Eisenbahner mal darüber zu berichten, wenn es soweit ist. Was zeigte, die Sparda-Bank ist in Falkenberg /Elster fest verankert.

Am Standort Falkenberg /Elster setzt die Sparda-Bank Berlin weiter auf persönliche Beratung. Künftig wird die Filiale von einem vierköpfigen Team betreut und durch zwei Verbundmitarbeiterinnen aus Riesa unterstützt. Ein Markenzeichen der Sparda-Bank, der persönliche Kundenkontakt, bleibt somit erhalten.

Foto 5: Team der Sparda-Bank und Partner vor dem neu eröffnete Filiale in Falkenberg /Elster.
Verändert hatte sich allerdings das technische Angebot. Bargeldautomaten wird es in der Filiale nicht mehr geben. Es ist einfach zu gefährlich. Wie sich später im Gespräch mit Frau Handschack herausstellte, bei der Automatensprengung handelt es sich bereits um das zweite derartige Ereignis seit Februar 2017. Wie Herr Huxell ergänzt, prüft die Bank einen möglichen Standort in der Nähe des Bahnhofes Falkenberg /Elster. Nach Angaben der Sparda-Bank hat die Stadt bereits ihre Zustimmung erteilt. Ein Bauantrag ist in Vorbereitung. Der Bargeldautomat in der Tankstelle Herzberg /Elster bleibt bestehen. Ebenso die kostenfreie Bargeldversorgung durch die Raiffeisen-Filialen. Auf Serviceautomaten wird die Sparda-Bank verzichten. Statt dessen sollen digitale Angebote stärker ausgebaut werden. Die Sparda-Bank folgt damit einem Zug der Zeit. Für alle Kunden werden ab Juni 2026 Seminare zum Onlinebanking angeboten. Für Anfänger ebenso wie für Fortgeschrittene. Als weitere Kontaktmöglichkeit kommt das Format "Erzählcafè" hinzu. Es soll den Austausch zu Finanzthemen fördern. Etwas was sich im Anschluss einige Anwesenden ausführlicher erläutern ließen.

Gemeinsam mit den Sparda-Bank Partnern DEVK um Herrn Krahlisch und dem Team der Bausparkasse Schäbisch Hall mit Frau Yvonne Frommhold und Herrn Liebert, wird die Beratungstätigkeit für weitere Produkte und Leistungen in gewohnter Weise fortgeführt.
Doch das ist nicht alles. Frau Handschack wies in ihrer Rede ausdrücklich darauf hin, die Räumlichkeiten stehen auch Vereinen und ehrenamtliche Organisationen für Beratungen und Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung. Ein großer Monitor ermöglicht Präsentationen. Sitzgelegenheiten sind vorhanden. Damit steht eine weitere Begegnungsstätte im Zentrum zur Verfügung. Einige Gäste fragten vorsichtshalber noch mal nach ob jeder Verein dieses Angebot nutzen kann. Falkenberg bewegt also und die Sparda-Bank ist in Falkenberg mehr als nur ein Ort für Bankgeschäfte. 

Foto 6: Lockere Gespräche im großen Raum der Sparda-Filiale Falkenberg /Elster.
Gut 20 Minuten später ging die feierliche Eröffnung in eine eine lockere Runde über. Kunden, Gäste und Besucher nahmen die neu gestalteten Räume in Augenschein und nutzten die Gelegenheit für Gespräche mit Mitarbeiter und Partner. Wie sich schnell zeigte, man kannte sich.

Foto 7: Mitglied des Vorstandes Rolf Huxoll im Gespräch.
Schon nach kurzer Zeit fanden erste Kundengespräche statt.

Foto 8: Erste Kundengespräche am neuen Service Point.
An zwei durch Glaswände abgetrennte Räume mit der Bezeichnung Gleis 3 und Stellwerk, fanden bereits erste Beratungen statt. 

Foto 9: Wo gibt`s das schon? Auch ein Mitglied
des Vorstandes hilft Kunden weiter. Bei der Sparda-Bank
geht das eben.
Foto 10: Reges Treiben und Gespräche auch vor dem Gebäude der Filiale Falkenberg /Elster.
Das Team um "Sir Mampfelot" aus Dresden übernahm gekonnt die Versorgung der Anwesenden. Der Fotograf kann bestätigen, sehr lecker.

Foto 11: Das Team von Martin Sauer um den mobilen Versorger "Sir Mampfelot" aus Dresden. Rechts Marktleiterin Katja Handschack.
In den folgenden Stunden entwickelte sich ein reges Kommen und Gehen. Die Wiedereröffnung hatte sich offenbar herumgesprochen. Leider konnte der Fotograf nicht bis zum Schluss bleiben. Andere Termine riefen. Vielen Dank an das Team der Sparda-Bank Filiale für die freundliche Aufnahme. Auf alle Fälle gelungener Auftakt für Falkenberg /Elster und sicher ein Gewinn für den Landkreis Elbe-Elster.
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Text und Fotos: Volker Kock, Finsterwalde /Niederlausitz