Samstag, 13. Juni 2026

Arbeitsgruppe Hennersdorfer Geschichte und Geschichten – Niederlausitzer Begegnungen -

Arbeitsgruppe zur Neuauflage und Digitalisierung der Ortschronik Hennersdorf


„Geschichte gibt einem Ort sein Antlitz“, hat einmal der Autor Theodor Fontane im Jahr 1894 in seinem Essay Vor einer Bibliothek geschrieben. Das hat sich auch Hennersdorf bei Doberlug-Kirchhain gesagt. Da die Ortschronik des niederlausitzer Dorfes jedoch etwas brachlag, ergriff Ortsvorsteher Ralf Hirsch die Initiative. Diese mündete am 7. April 2026 in die Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem obigen Titel. Natürlich braucht so eine Arbeitsgruppe eine Leitung – und diese übernahm Harald Sacher. Arbeitsgruppe bedeutet logischerweise auch immer Arbeit. Also nahm die Arbeitsgruppe in einer zweiten Sitzung am Montag, dem 1. Juni 2026, mit zunächst vier Mitgliedern die Arbeit auf. Etwas später gesellte sich ein weiteres Mitglied dazu.

Foto 1: Arbeitsgruppe im Gemeindehaus Hennersdorf am 1. Juni 2026 mit Bernd Jühnichen (vorn), Lenore Pahl, Birgit Zickert (links), Ralf Hirsch (Mitte) und Harald Sacher (rechts).
In seiner Einführung ging Ralf Hirsch auf die Ziele ein: Die Neuerstellung und Digitalisierung der Dorfchronik für Hennersdorf sowie die Erarbeitung einer Struktur für die Ortschronik, mögliche Inhalte und Themen. Auch die Mittel des Austauschs untereinander und der Veröffentlichung von Ergebnissen, einschließlich der Ortschronik selbst, wurden anschließend von den Anwesenden diskutiert. Die Möglichkeiten reichten von E-Mail über eine WhatsApp-Gruppe bis hin zum Anlegen einer digitalen Plattform. Dabei wurden verschiedene Erfahrungen ausgetauscht. Die Tendenz ging schließlich zum Anlegen einer Plattform über die interne Internetseite der Stadt Doberlug-Kirchhain, die den Ortsteilen eine solche Möglichkeit bietet. Diese Aufgabe sowie die Verbindungen zur Politik übernahm Ralf Hirsch.

Auf Harald Sachers Notizzettel stand als nächstes Thema eine Struktur bzw. Gliederung einer Ortschronik sowie Regelungen zur Zusammenarbeit. Nach dem Ausloten verschiedener Möglichkeiten und der Erörterung anderer Ortschroniken, beispielsweise von Großbahren und Münchhausen, verständigten sich die Anwesenden auf eine klassische Variante analog eines Zeitstrahls, die mit Funden aus der Steinzeit beginnt. Nebenbei kam die abenteuerliche Geschichte des Fundes einer Hennersdorfer Steinaxt auf den Straßen Potsdams zur Sprache.

Foto 2: Harald Sacher mit dem Foto einer prähistorischen Steinaxt.
Ausgelöst durch diese Geschichte zeigte sich schnell, dass jeder der Anwesenden solche interessanten Themen und Anekdoten beisteuern konnte. Ob es sich um abgestürzte Flugzeuge oder die Geschichte von Fabriken und Bergwerken in und um Hennersdorf handelte – Bernd Jühnichen, Freizeithistoriker aus Münchhausen, hatte eine Reihe alter Unterlagen mitgebracht. Das war schon Grund genug für die Anwesenden, sich einige Dokumente anzusehen.

Foto 3: Bernd Jühnichen und Lenore Pahl mit verschiedenen historischen Dokumenten.
Lenore Pahl steuerte eine Reihe von Beobachtungen und Fundinformationen aus ihrer Arbeit als Bodendenkmalpflegerin bei. Dabei zeigte sich, dass der Norden von Hennersdorf ein recht ergiebiges Fundgebiet für mittelalterliche Tonscherben ist. Auch in den Kiesgruben gelang in der Vergangenheit manch interessanter Fund.

Foto 4: Verschiedene Fotos und historische Dokumente mit Bezug zu Hennersdorf.
Zweieinhalb Stunden später und nach Einbruch der Dunkelheit zeigte sich, dass Material und Informationen, die Eingang in eine Dorfchronik finden könnten, vorhanden sind. So verständigten sich die Anwesenden zunächst auf einige Aufgabengebiete sowie auf die Sammlung und Sichtung von Material. Ralf Hirsch übernahm es, in der nächsten Dorfzeitung die Einwohner zum Stöbern in ihren eigenen Unterlagen und auf Dachböden aufzufordern.

Lenore Pahl will sich mit der Sichtung der steinzeitlichen Fundstellen beschäftigen. Weiteres Ergebnis: Jeweils am ersten Montag im Monat will sich die Arbeitsgruppe treffen und austauschen. Damit ist ein praktischer Anfang gemacht.

Quelle: Theodor Fontanes Essay "Vor einer Bibliothek" (im Band "Gesammelte Aufsätze zur Literatur und Kunst", erschienen 1894).
-----------------------------------------------------
Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.
Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen