Donnerstag, 22. Januar 2026

Wormlager Kirchenblick – Niederlausitzer Beobachtungen -

 Leuchtende Kirche Wormlage im Winter 2026


Beim Fotografieren kommt es darauf an, zur richtigen Zeit, im richtigen Licht und am richtigen Ort zu sein – und natürlich die Kamera dabei zu haben. Dann bekommen selbst alltägliche Dinge ihren besonderen Reiz. So auch die Kirche in Wormlage.

Kirche Wormlage in der Winterabendsonne, Anfang Januar 2026.
Bei der Einfahrt in die Kirchstraße fielen sofort das besonders intensive Licht und der erstaunlich blaue Himmel darüber auf. Klar: anhalten und fotografieren. Offenbar hatten die klugen Erbauer der Kirche schon vor Jahrhunderten ein gutes Gespür für diesen Lichteffekt.

Schon von Weitem ein Hingucker – die Kirche Wormlage.
Auch aus anderer Perspektive gewinnt der Saalbau an Strahlkraft.

Kirche Wormlage aus südöstlicher Perspektive.
Die Ecken des neubarocken Kirchturms sind in einem dunkleren Gelb abgesetzt. Durch die intensive Sonneneinstrahlung treten diese Details besonders klar hervor, und die Turmfassade wirkt architektonisch lebendiger.

Das unmittelbare Umfeld der Kirche bietet einige kleine historische Aufmerksamkeiten. Mitten aus dem Schnee ragt ein viereckiger Sockel mit einer kleinen runden Sandsteinsäule darauf. Ihre geschwungene Inschrift aus dem 19. Jahrhundert ist hübsch aber bereits deutlich verwittert.

Grabsäule mit Inschrift an der Südseite der Kirche Wormlage.
Gleich dahinter stehen zwei einfache eiserne Kreuze nebeneinander – im Winterlicht jedoch ein bemerkenswerter Anblick.
Zwei eiserne Grabkreuze mit der Inschrift „Ruhe sanft“.
Zwischen ihnen hat sich eine weitere viereckige Sandsteinsäule durch den Schnee getaut.

Auf der Nordseite fällt sofort das runde Treppenhaus ins Auge. Daran lehnt ein Grabstein mit dem Relief eines bekannten Wormlager Raubritters.

Grabstein des Raubritters Wormlitz an der Nordseite beim Treppenhaus.
Mit ihm verbindet sich eine örtliche Sage. Die starke Verwitterung zeugt von einem zweifellos hohen Alter. Wer möchte, kann die genaue Sage auf der Internetseite des Dorfclubs Wormlage nachlesen:
Sage vom Raubritter Wormlitz

Ein freundlicher Herr, der gerade vor dem Portal Schnee schiebt, erklärt mir das Umfeld und gewährt spontan einen kurzen Blick in die Kirche. Innen wirkt sie freundlich, aufgeräumt und dezent bunt – fast ein wenig wohnlich. Die Malereien an den Wänden sind sehr präzise ausgeführt.

Innenansicht der Kirche Wormlage.
In den Fenstern über dem Altar hängen bunte Bastelarbeiten – offenbar Spuren eines lebendigen Religionsunterrichts.

Links steht noch ein großer Weihnachtsbaum, der unwillkürlich die Frage aufkommen lässt, wie er wohl unbeschadet durch die Tür gelangt ist. Ein weihnachtlich-gemütlicher Anblick.

Im Licht der tiefstehenden Wintersonne wirken Kanzel und ihr Umfeld schön freundlich.

Kanzel an der Südseite der Kirche Wormlage.
Leider lassen die fortgeschrittene Zeit und an diesem Tag die eher ungeeignete Fotoausrüstung keine ausführlichere Besichtigung zu. Das wird aber nachgeholt. Wie mir der freundliche Herr versicherte, hat die Kirchengemeinde Wormlage im Laufe des Jahres noch eine Reihe interessanter Veranstaltungen geplant.

Bilanz: Wormlage hat nicht nur eine schöne Kirche zum Ansehen, sondern auch eine zum Reinschauen. Lohnenswert.
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Blog: Mit 8 Megapixeln durch die Niederlausitz.

Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

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