Sonntag, 10. September 2017

Die Galle im Stein - Niederlausitzer Entdeckungen -

Findling mit einzelner gebänderter Tongalle


Im Foto unten ein rotes mittelkörniges Sandstein-Konglomerat mit einer einzelnen sehr schönen länglichen Tongalle.

Tongalle (Tonklaste) im rotem Sandstein-Konglomerat. Fundort Saadow, Niederlausitz.
Tongallen sind im Allgemeinen linsenförmige Einschlüsse von Tongeröllen, die korrekte petrologische Bezeichnung lautet Tonklaste, in Sedimentgesteinen. Am häufigsten sind sie in Sandsteinen zu finden, aber auch in Kalksteinen und seltener in Kohlen kommen sie vor. Sie können die Farbe des Umgebungsgesteins angenommen haben oder auch verschiedenfarbig sein.

Diese Tongalle ist durch Verwitterung als leichte Hohlform hervorgetreten. Das tritt dann auf, wenn in einem Fundstück Gesteine unterschiedlicher Härte eingelagert wurden.

Sieht man genau hin, sind in der Tongalle feine, farbige Bänderungen zu erkennen. Damit ist klar, dass der Ton zum Zeitpunkt des Einschlusses bereits längere Zeit im geologischen Sinne abgelagert war, bevor er durch Strömungen umgelagert und im roten Sandstein eingeregelt wurde. Im Verbund im Felsen sind Tongallen damit ein wichtiger Hinweis auf die Richtung der ursprünglichen Strömung und lassen Rückschlüsse auf deren mögliche Stärke zu. Da unser Fundstück aber aus seinem Felsen herausgelöst wurde, ist die Information über die Strömungsrichtung verloren gegangen.

Bei diesem Sandstein-Konglomerat handelt es sich um einen Geschiebe-Findling aus der Saale-2-Kaltzeit oder auch Saale-Eiszeit. Die rote Farbe des Konglomerats zeigt an, dass es sich ein Festlandsediment ist, wie es häufig bei der Abtragung alter Gebirge unter ariden Bedingungen auftritt. Ursache für die rote Färbung ist das Mineral Hämatit im verkieselten Bindemittel.
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Autor: Vel Thurvik
Fotos: Vel Thurvik

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